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Ein Jahr Joe Biden : Nicht Trump sein reicht nicht

Präsident Joe Biden mit Vizepräsidentin Kamala Harris am 11. Januar in Atlanta, Georgia Bild: Reuters

Als Joe Biden vor einem Jahr sein Amt antrat, kündigte er große Reformen an, um die Vereinigten Staaten zu heilen. Aber das Regieren fällt dem amerikanischen Präsidenten schwer.

  • -Aktualisiert am
          10 Min.

          Als Joe Biden vor einem Jahr ins Weiße Haus einzog, ließ er das Oval Office, das Machtzen­trum der amerikanischen Demokratie, neu dekorieren. Das ist so üblich. Jeder Amtsinhaber wählt aus dem reichen Fundus des Präsidialamtes seine Lieblingsgemälde und Büsten aus und setzt so ein politisches Zeichen. Über dem Kamin, direkt gegenüber seinem Schreibtisch, ließ Biden ein Por­trät Franklin D. Roosevelts aufhängen. Frank Salisbury malte den Präsidenten, der während der Großen Depression und des Zweiten Weltkriegs regierte, 1947 in Öl, zwei Jahre nach dessen Tod.

          Majid Sattar
          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Im Wahlkampf hatte Biden sich häufig auf Roosevelt und auch auf Lyndon B. Johnson bezogen. Der eine legte das Fundament für den amerikanischen Sozialstaat, der andere baute ihn in den ebenfalls krisenhaften Sechzigerjahren aus. Beide Demokraten sind bis heute mit ihren Slogans verbunden. Roosevelt mit dem „New Deal“, Johnson mit der „Great Society“. Biden versuchte sich mit seiner „Build back better“-Losung in diese Reihe zu stellen. Er hat es mit einer Jahrhundertkrise zu tun, und zwar nicht nur wegen der Pandemie.

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