Am liebsten wieder gegen Trump
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Präsident Biden hört Anfang April einem Reporter zu, der ihm im Weißen Haus eine Frage stellt. Bild: AP
Joe Biden will ein zweites Mal amerikanischer Präsident werden – mit dann 82 Jahren. Die Demokraten tragen das wohl mit. Aber nicht aus Begeisterung.
Joe Biden verplappert sich häufig. In außenpolitischen Fragen hat dies schon mehrfach den Nationalen Sicherheitsrat auf den Plan gerufen, um die Scherben aufzukehren. Mal ging es darum, dass der amerikanische Präsident sich zu der Bemerkung hinreißen ließ, Wladimir Putin könne nicht an der Macht bleiben. Mal ging es um die Äußerung, dass Taiwan seine eigenen Entscheidungen über seine Unabhängigkeit treffe. Sein Apparat griff umgehend korrigierend ein: Nein, Washington strebe keinen Regimewechsel in Moskau an. Und: Nein, es bleibe bei der Ein-China-Politik Amerikas. Nichts habe sich geändert.
In einer Frage bewies Biden zuletzt indes eine bemerkenswerte kommunikative Disziplin. Als Donald Trump Anfang April in New York kurzzeitig in Gewahrsam genommen und dem Haftrichter vorgeführt wurde, forderten die Journalisten im Weißen Haus den Präsidenten ein ums andere Mal auf, sich zur Strafsache seines Vorgängers zu äußern. Biden erwiderte stets, er werde sich zu der Angelegenheit nicht äußern. Er wusste, jede Stellungnahme würde Trump als Beleg dafür dienen, dass es sich um eine „politische Strafverfolgung“ handle. Der Präsident hat kein Interesse daran, dieses Narrativ zu befördern.
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