https://www.faz.net/-gpf-9oc23

May-Nachfolge : Hunt fordert Johnson auf „kein Feigling“ zu sein

  • Aktualisiert am

Ex-Außenminister Boris Johnson gilt als Favorit im Rennen um den Posten des Parteichefs. Bild: Reuters

Boris Johnson steht derzeit wegen eines Streits mit seiner Lebensgefährtin unter Druck. Sein Konkurrent Jeremy Hunt fordert ihn auf, mit der „intensiven Prüfung“ umzugehen.

          1 Min.

          Der im Rennen um die Nachfolge der britischen Premierministerin Theresa May bislang unterlegene Jeremy Hunt hat seinen in eine Privataffäre verstrickten Konkurrenten Boris Johnson aufgefordert, kein „Feigling“ zu sein und sich Fragen zu stellen. „Sei kein Feigling, Boris, sei ein Mann und zeige der Nation, dass Du mit der intensiven Prüfung umgehen kannst, die mit dem schwierigsten Job im Land einhergeht“, forderte Hunt am Montag in der „Times“.

          Der frühere Außenminister Johnson gilt als Favorit im Rennen um den Posten des Parteichefs der konservativen Tories und damit auch für das Amt des Premierministers. Gegen den amtierenden Außenminister Hunt tritt er in einer Urwahl der Tory-Parteibasis an.

          Johnson steht derzeit wegen eines lautstarken Streits mit seiner Lebensgefährtin unter Druck. Der Streit rief in der Nacht zum Freitag die Polizei auf den Plan. Nachbarn alarmierten die Polizei, nachdem in der Wohnung im Süden Londons Schreie und Türenknallen zu hören waren. Johnson weigert sich bislang, den Vorfall zu thematisieren. An einer für Dienstag geplanten TV-Debatte im Sender Sky News will er nicht teilnehmen.

          „Ich bin nicht daran interessiert, Boris’ Privatleben zu thematisieren“, sagte Hunt am Montag. Vielmehr wolle er ihn mit seinen Plänen zum Brexit und anderen politischen Themen konfrontieren. „Ein neuer Premierminister braucht die Legitimität, seine Argumente öffentlich gemacht und sie einer Prüfung unterzogen zu haben“, sagte Hunt. „Nur dann kann man erhobenen Hauptes durch die Eingangstür von (Regierungssitz) Nummer 10 gehen und sich nicht durch die Hintertür schleichen, wie Boris das offenbar tun will.“

          Er forderte Johnson auf, an der TV-Debatte am Dienstag teilzunehmen. Laut Sky News hat Johnson eine entsprechende Einladung aber ausgeschlagen. Dem Sender zufolge soll die Debatte dann nicht stattfinden. Es werde aber eine neue Einladung an Johnson und Hunt für den 1. Juli geben.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Einsatz in Syrien : Kampf für Flüchtlinge

          Wer hässliche Bilder an den nationalen oder an den europäischen Außengrenzen vermeiden will, der muss vorsorgen. Auch mit deutschen Soldaten.
          Meint, er werde falsch dargestellt: Claas Relotius.

          Relotius geht gegen Moreno vor : Der Fälscher will richtigstellen

          „Erhebliche Unwahrheiten und Falschdarstellungen“? Der als Fälscher überführte frühere „Spiegel“-Redakteur Claas Relotius geht juristisch gegen Juan Moreno und dessen Buch „Tausend Zeilen Lüge“ vor. Was will Relotius?
          Wiederverwertung der besonderen Art: Ein Bild angeblich russischer Trolle, das diese schon 2016 während der Präsidentenwahl in Amerika nutzten.

          Desinformation : Die Mission der russischen Trolle

          Nach der Desinformationskampagne im amerikanischen Präsidentenwahlkampf 2016 enttarnt Facebook eine neue Operation aus Russland. Sie zielte vor allem auf Instagram.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.