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Gipfeltreffen zu Ukraine-Krieg : NATO droht Russland mit „schwerwiegenden Konsequenzen“

Gruppenbild ohne Scholz Bild: AFP

Auf dem Gipfeltreffen in Brüssel richtet das Bündnis eine klare Warnung an Moskau, den Konflikt nicht durch Bio- oder Chemiewaffen zu verschärfen. Die Ukraine fordert die Lieferung von Antischiffsraketen.

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          Rüdiger König hatte am Donnerstagmorgen seinen großen, wenngleich ungewollten Auftritt. Deutschlands ständiger Vertreter bei der NATO durfte, nein: musste mit aufs Familienfoto der Staats- und Regierungschefs. Von Boris Johnson wurde er sogar mit einem kraftvollen Handschlag empfangen. Als sich die Chefs dann um kurz nach zehn für die Fotografen aufstellten, stand der deutsche Diplomat in der zweiten Reihe, neben Emmanuel Macron, hinter Recep Tayyip Erdogan. Er sah nicht so aus, als fühle er sich sonderlich wohl in seiner Haut: als Platzhalter für Olaf Scholz, den Bundeskanzler, von dem es hieß, er sei „im Anrollen“. Scholz war der einzige, der an diesem Tag der drei Gipfeltreffen zu spät kam. Der nächtliche Koalitionsausschuss in Berlin hatte bis acht Uhr gedauert.

          Thomas Gutschker
          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          Morgens NATO, mittags G-7, ab nachmittags EU-Gipfel – das war das Monsterprogramm. Nicht nur für den Kanzler, sondern auch für den amerikanischen Präsidenten, der schon am Vorabend mit der Air Force One in Brüssel gelandet war. Die Fragen, um die es in allen drei Sitzungen gehen sollte, wurden Joe Biden zugerufen, als er mit kurzen Schritten ins Hauptquartier der Allianz ging. Wo die rote Linie für Amerika sei? Ob es neue Sanktionen gebe? Wie man auf einen Angriff Russlands mit Chemiewaffen in der Ukraine reagieren werde? Biden stakste mit gefrorenem Lächeln an den Reportern vorbei. „Ich denke, es ist eine echte Bedrohung“, hatte er vor seinem Abflug zu einem Chemiewaffeneinsatz gesagt. In der Abschlusserklärung drohten die Mitgliedstaaten später „schwerwiegende Konsequenzen“ für diesen Fall an. Das würde die „Natur des Konflikts fundamental verändern“, sagte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg.

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