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Blockade Saudi-Arabiens : UN warnen vor Millionen Hungertoten im Jemen

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Eine lokale Wohltätigkeitsorganisation verteilt im April im jemenitischen Sanaa Essensrationen. Bild: dpa

Hilfslieferungen in den Jemen sind nicht mehr möglich – wegen einer Blockade der Häfen und Flughäfen durch die Militärkoalition unter saudischer Führung. Laut der Vereinten Nationen droht die größte Hungerkatastrophe seit Jahrzehnten.

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          Im Jemen sind wegen der saudi-arabischen Blockade nach Einschätzung der Vereinten Nationen die Leben von Millionen Menschen bedroht. Diese könnten verhungern, wenn die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition die See- und Flughäfen weiter blockiere, warnte der UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock am Mittwoch (Ortszeit) vor Journalisten in New York, nachdem er den Sicherheitsrat über die aktuelle Lage in dem Land unterrichtet hatte.

          „Es wird nicht wie die Hungersnot im Südsudan in diesem Jahr sein, wo Zehntausende Menschen betroffen waren. Es wird nicht wie die Hungersnot 2011 in Somalia sein, wo 250.000 Menschen ums Leben gekommen sind. Es wird die größte Hungersnot sein, die die Welt seit vielen Jahrzehnten gesehen hat – mit Millionen von Opfern“, sagte er.

          „Katastrophale humanitäre Lage“

          Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen forderte das Militärbündnis unter saudischer Führung auf, alle Flughäfen und Häfen in dem Krisenland für Hilfslieferungen offen zu halten. Dies sei im Hinblick auf die „katastrophale humanitäre Lage im Jemen“ entscheidend, sagte der italienische Botschafter Sebastiano Cardi, der dem Sicherheitsrat derzeit vorsitzt, nach einer Sitzung des Gremiums hinter verschlossenen Türen. Darin hätten die 15 Mitgliedsländer ihre „Beunruhigung“ über die Situation im Jemen geäußert. Der UN-Sicherheitsrat hatte auf Antrag Schwedens über die Lage in dem Land beraten.

          Das Militärbündnis unter Führung Saudi-Arabiens hatte die Häfen und Flughäfen im Jemen sowie die Zufahrtsstraßen in das Land dicht gemacht, nachdem am Wochenende eine Rakete der pro-iranischen Huthi-Rebellen in der Nähe der saudi-arabischen Hauptstadt Riad abgefangen worden war. UN-Generalsekretär Antonio Guterres habe am Mittwoch mit dem saudi-arabischen Außenminister Adel al Dschubeir telefoniert, um eine sofortige Öffnung der jemenitischen Häfen und Flughäfen zu erwirken, sagte UN-Nothilfekoordinator Lowcock.

          In dem von Armut geprägten Land im Süden der Arabischen Halbinsel tobt seit 2014 ein Bürgerkrieg. Schiitische Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten haben große Teile des Landes überrannt. Ein saudi-arabisch geführtes Militärbündnis unterstützt die international anerkannte Regierung des Jemen und bombardiert seit rund zweieinhalb Jahren Stellungen der Rebellen aus der Luft. Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.

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