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Japan : Strengere Sicherheitsnormen für Atomanlagen

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Ministerpräsident Shinzo Abe will das japanische Atomprogramm wieder aufnehmen. Bild: AP

Die Atomregulierungsbehörde will mit Lüftungssystemen, Filtern und Kontrollzentren die Atomkraftwerke besser überwachen und damit die Sicherheit der Meiler erhöhen. Die neuen Standards könnten schon im Sommer Anwendung finden.

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          Die neue japanische Atomregulierungsbehörde, die vom Industrieministerium unabhängig und seit September im Amt ist, hat am Montag Pläne zur Verschärfung der Sicherheitsnormen für die Atomanlagen des Landes vorgelegt. Gefordert wird eine Ausstattung mit Lüftungssystemen, um im Unglücksfall einen Druckanstieg im Reaktor und damit mögliche Explosionen zu verhindern. Filter sollen verhindern, dass Radioaktivität in die Umwelt gelangt. Daneben sollen Wege gefunden werden, die Kühlsysteme auch im Unglücksfall am Laufen zu halten. In einiger Entfernung zu den Atomkraftwerken sollen Kontrollzentren eingerichtet werden, die die Anlagen auch im Fall einer Zerstörung überwachen können.

          Momentan zwei Atomkraftwerke in Betrieb

          Sollten die neuen Sicherheitsstandards beschlossen werden, könnten sie bereits im Sommer Anwendung finden. Von den insgesamt 50 japanischen Atomanlagen sind derzeit nur zwei in Betrieb. Die seit Ende Dezember amtierende konservative Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe von der Liberaldemokratischen Partei (LDP) will das japanische Atomprogramm aus wirtschaftlichen Gründen wieder aufnehmen.

          Im März 2011 hatten ein schweres Erdbeben und ein anschließender Tsunami Japan erschüttert. Die Naturkatastrophe führte zur Kernschmelze in der Nuklearanlage in Fukushima, dem folgenschwersten Atomunglück seit dem Unfall im ukrainischen Tschernobyl im Jahr 1986. Fast 19.000 Menschen kamen ums Leben. Die Mitte-links-Regierung von Abes Vorgänger Yoshihiko Noda hatte sich dafür ausgesprochen, bis zum Jahr 2040 den Ausstieg aus der Atomenergie anzustreben.

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