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Japan : Mehr Radioaktivität in Fukushima

  • -Aktualisiert am

Arbeiter im Atomkraftwerk Fukushima Bild: AFP

Aus dem Kernkraftwerk Fukushima Daiichi ist in den ersten Tagen nach dem Erdbeben in Japan doppelt so viel Radioaktivität ausgetreten, wie bisher angegeben. Die japanische Kommission für Nuklearsicherheit gesteht menschliche Fehler ein.

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          In den ersten Tagen nach Erdbeben und Tsunami ist aus dem Kernkraftwerk Fukushima Daiichi doppelt so viel Radioaktivität ausgetreten wie bisher angegeben. Nach neuesten Berechnungen der japanischen Atomaufsichtsbehörde Nisa sind es 770.000 Terabcquerel. Der Vorsitzende der japanischen Kommission für Nuklearsicherheit, Madarame, sagte dem Staatsfernsehen NHK, dass die Unfälle in Fukushima auf menschliches Versagen zurückzuführen seien, und gleichzeitig eigene Fehler eingestanden.

          In den Leitlinien für Atomkraftwerke komme der Fall eines längeren Stromausfalls nicht vor. Er bedauere, dass er bis zum Unfall in Fukushima auf diesen Mangel nicht geachtet habe. Madarame, der selbst wegen umstrittener Ratschläge an die Regierung in der Kritik war, sagt jetzt, dass die Atomexperten eine abgeschlossene Gruppe bildeten, die dazu neigte, Diskussionen über unangenehme Fragen zu vermeiden. Die Leitlinien müssten geändert werden.

          Neue Überprüfungen notwendig

          Unterdessen hat der Kraftwerksbetreiber Tepco bekanntgegeben, dass die Wasserstoffexplosion im Reaktor 1 des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi, die am 12. März das Reaktorgebäude schwer beschädigte und zu einem starken Austritt von Radioaktivität in die Umwelt führte, auf einen Konstruktionsfehler zurückzuführen sei. Die Ingenieure von Tepco gehen davon aus, dass Wasserstoff beim Ablassen von Luft aus der Sicherheitshülle des Reaktors wegen eines nicht funktionierenden Ventils wieder in den Reaktor zurückgeleitet wurde. Viele andere Reaktoren in Japan seien mit ähnlicher Technik für Abluft ausgestattet, meldete die Zeitung „Asahi“ am Montag. Eine Überprüfung dieses Systems sei nun notwendig.

          Japanische Wissenschaftler haben am Montag genauere Bodenanalysen um das Kernkraftwerk Fukushima gefordert, nachdem außerhalb des Geländes des Kraftwerks nicht näher bezifferte Spuren des hochgiftigen Plutoniums etwa 1,7 Kilometer vom Kernkraftwerk entfernt gefunden wurden. Es stelle keine Gefahr für die Gesundheit dar. In der Präfektur Fukushima begannen 80 Fachleute am Montag mit der Entnahme von Bodenproben zur Feststellung von Radioaktivität. Bisher hatten Messungen nur vom Flugzeug aus stattgefunden. Danach soll eine Karte der Radioaktivität erstellt werden.

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