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Neue Regierung in Japan : Von Abes Gnaden

Fumio Kishida (Mitte) mit Mitgliedern seines Kabinetts Bild: EPA

Der neue japanische Ministerpräsident Fumio Kishida ist pragmatisch. Er steht aber unter der Kontrolle seines Vorvorgängers.

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          An der Spitze ihrer Regierung leisten die Japaner sich viel Abwechslung. Seit 2000 erlebte das Land schon zehn Ministerpräsidenten. Nur zwei, Junichiro Koizumi und Shinzo Abe, hielten mehrere Jahre durch. Abe wurde gar zum am längsten regierenden Ministerpräsidenten und brachte dem Land bis zu seinem Rücktritt vor einem Jahr eine ungewohnte politische Stabilität. Doch acht der zehn Regierungschefs blieben nur ein Jahr oder kaum länger im Amt. Am Montag wurde Fumio Kishida vom Parlament zum neuen Regierungschef gewählt. Er ist der elfte Ministerpräsident seit der Jahrtausendwende und der zweite nach Abe.

          Es ist nur realistisch zu fragen, ob Kishida länger als ein Jahr regieren wird. Trotz aller Aufbruchstimmung, die der neue Regierungschef zu verbreiten versucht, ist das bei Weitem nicht sicher. Der wichtigste Grund, der für Kishida spricht, ist, dass die in der Regierungskoalition führenden Liberaldemokraten (LDP) immer noch unter dem Einfluss Abes stehen. Das aber ist zugleich der wichtigste Grund, der einer längeren Regierungszeit entgegenstehen könnte.

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