https://www.faz.net/-gpf-8wsu6

Angriff auf Luftwaffenbasis : Mattis: Zwanzig Prozent von Assads Kampfflugzeugen zerstört

  • Aktualisiert am

Ein zerstörtes Militärflugzeug der syrischen Armee nach den Angriffen amerikanischer Raketen Bild: Picture-Alliance

Amerikas Verteidigungsminister wertet den Angriff auf die syrische Luftwaffenbasis Sheirat als militärischen Erfolg. An Präsident Assad richtet er eine eindringliche Warnung.

          Die Vereinigten Staaten haben bei ihrem Angriff auf einen Stützpunkt der syrischen Luftwaffe vergangenen Donnerstag laut eigenen Angaben ein Fünftel aller einsatzfähigen Kampfflugzeuge der Regierungsstreitkräfte zerstört. Das gab Verteidigungsminister James N. Mattis in einem Statement am Montag bekannt.

          Neben Flugzeugen seien auch Tank- und Munitionslager sowie Luftabwehrsysteme entweder zerstört oder beschädigt worden, so Mattis. Zudem habe die syrische Regierung die Fähigkeit verloren, Flugzeuge auf der Basis zu bewaffnen oder zu betanken. Die Nutzung der Landebahn hingegen sei von nachrangigem militärischem Interesse – eine Bemerkung, die offenbar auf Berichte der oppositionsnahen syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte abzielte, nach denen von der Basis bereits kurz nach dem Angriff wieder Flugzeuge gestartet seien. „Die syrische Regierung wäre schlecht beraten, noch einmal chemische Waffen zu benutzen", so Mattis.

          Pentagon-Sprecher John Thomas sagte am Montag in Washington, die Streitkräfte hätten es vermieden, Depots anzugreifen, in denen vermutlich Giftgas gelagert worden sei. Vielmehr sei es darum gegangen, den syrischen Streitkräften die Möglichkeit zu nehmen, von der Basis aus kurzfristig wieder Chemiewaffenangriffe zu fliegen.

          Der amerikanische Angriff von Kriegsschiffen im östlichen Mittelmeer aus war mit 59 Tomahawk-Marschflugkörpern geführt wurden. Sie schlugen kurz darauf auf der syrischen Luftwaffenbasis Sheirat ein. Der Angriff war eine Reaktion der Vereinigten Staaten auf einen mutmaßlichen Giftgaseinsatz mit 86 Toten in Khan Scheikhoun (Provinz Idlib), der sich zwei Tage zuvor ereignet hatte und für den Präsident Trump die syrische Regierung verantwortlich macht. Das Assad-Regime bestreitet das. Auf Seiten der westlichen Verbündeten war der Luftschlag der Vereinigten Staaten auf Verständnis gestoßen. Großbritanniens Premierministerin Theresa May und Bundeskanzlerin Angela Merkel brachten in Telefonaten mit Amerikas Präsident Donald Trump laut Angaben des Weißen Hauses ihre Unterstützung für den Einsatz zum Ausdruck.

          Die digitale F.A.Z. PLUS
          F.A.Z. Edition

          Die digitale Ausgabe der F.A.Z., für alle Endgeräte optimiert und um multimediale Inhalte angereichert

          Mehr erfahren

          Weitere Themen

          Das steht im Mueller-Bericht Video-Seite öffnen

          Be- oder Entlastung für Trump? : Das steht im Mueller-Bericht

          Präsident Donald Trump sieht sich durch den Bericht von Sonderermittler Mueller komplett entlastet. Doch Mueller entlastet Trump keineswegs vom Vorwurf, im Wahlkampf mit Russland zusammengearbeitet zu haben.

          Das System Charkiw

          Präsidentenwahl in der Ukraine : Das System Charkiw

          In der zweitgrößten Stadt der Ukraine haben sich die Machtverhältnisse seit der Revolution 2014 nicht verändert. Aber einiges ist in Bewegung.

          Topmeldungen

          Donald Trump : Schuldig im Sinne der Politik

          Der Bericht von Sonderstaatsanwalt Mueller bestätigt üble Ahnungen über die Zustände im Weißen Haus – aber nicht über eine vermeintliche Verschwörung mit dem Kreml.

          Präsidentenwahl in der Ukraine : Das System Charkiw

          In der zweitgrößten Stadt der Ukraine haben sich die Machtverhältnisse seit der Revolution 2014 nicht verändert. Aber einiges ist in Bewegung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.