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Italiens neue Regierung : Drohen mit Plan B

Drohgebärden in Richtung Brüssel? Italiens neuer Innenminister und und Vorsitzender der Lega-Partei Matteo Salvini (r.) mit Arbeitsminister und Fünf-Sterne-Chef Luigi di Maio Bild: AFP

Italiens neue Regierung würde am liebsten den Euro verlassen. Sogar per nächtlicher Kommandoaktion. Und auch sonst scheint sie auf Abenteuer aus zu sein. Mal sehen, wie lange das gutgeht.

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          Titanic ohne Rettungsboote. Immer wieder taucht dieses Bild auf, wenn in Italien über den Euro gesprochen wird. Die richtige Titanic war mit Rettungsbooten ausgestattet, und dorthin rettete sich auch mancher nach dem Zusammenstoß mit dem Eisberg. Aber wer beim Euro einmal an Bord gegangen ist, der soll nicht ohne ihn überleben dürfen. So denken viele in Italien. Auch in der neuen Regierung.

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Am Freitagabend ist sie vereidigt worden. Bei den Parlamentswahlen vom 4. März hatte etwa die Hälfte der italienischen Wähler für die europakritischen Populisten auf der Linken und der nationalistischen Lega auf der Rechten gestimmt. Dann mühten sich Gewinner und Verlierer der Wahlen fast drei Monaten lang vergeblich mit der Bildung einer Regierung ab. Neuwahlen schon im Spätsommer oder Herbst schienen unvermeidlich. Umfragen zeigten, dass unterdessen noch mehr Italiener der Politiker in Rom und Brüssel überdrüssig geworden waren. So war klar: Die Populisten würden bei vorgezogenen Wahlen mit weiteren Stimmengewinnen rechnen können. Denn Fünf Sterne und Lega versprachen ihren Wählern höhere Sozialausgaben und bessere Renten, dazu niedrigere Steuern und weniger Einwanderung.

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