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UN prüfen Informationen : Italienisches Schiff soll gerettete Migranten nach Libyen gebracht haben

  • Aktualisiert am

Ein überfülltes Schlauchboot mit Migranten im Mittelmeer Bild: dpa

Der italienische Schlepper „Asso 28“ soll 108 gerettete Migranten nach Libyen gebracht haben – und könnte damit internationales Recht verletzt haben. Innenminister Salvini bestreitet die Vorwürfe.

          Ein italienisches Schiff hat Medienberichten zufolge im Mittelmeer gerettete Migranten zurück nach Libyen gebracht. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen erklärte am Dienstag auf Twitter, die Informationen in dem Fall würden geprüft. „Libyen ist kein sicherer Hafen und diese Handlung könnte internationales Recht verletzt haben.“

          Bei dem Schiff soll es sich um den Schlepper „Asso 28“ handeln, der bei einer Ölplattform im Mittelmeer arbeite, berichtete die italienische Zeitung „Repubblica“. Die Besatzung des Schiffes brachte die Migranten demnach in den Hafen von Tripolis. Ihnen sei das Recht verwehrt worden sein, um Asyl anzusuchen, schreibt die Zeitung.

          Ein Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bestätigte, dass die „Asso 28“ nach Libyen gefahren sei. Einzelheiten zur Rettung der Migranten seien aber noch unklar.

          Salvini widerspricht

          Libyen hatte Ende Juni eine eigene Such- und Rettungszone eingerichtet, die sich auch auf internationale Gewässer erstreckt. Dort ist nun die Rettungsleitstelle des Bürgerkriegslandes für die Koordination von Einsätzen zuständig und weist Schiffen einen Hafen zu. Sie kann dies aber an eine andere Leitstelle abtreten.

          Der italienische Innenminister Matteo Salvini schrieb am Dienstag auf Facebook: „Die libysche Küstenwache hat in den vergangenen Stunden 611 Migranten gerettet und zurückgebracht. Die NGOs protestieren und die Schlepper verlieren ihr Geschäft? Gut so, wir werden so weitermachen!“ Die italienische Küstenwache habe die Rettungseinsätze weder koordiniert noch daran teilgenommen.

          Italien war 2012 wegen der Abschiebung von im Mittelmeer geretteten Afrikanern nach Libyen vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) verurteilt worden. Mit der Rückführung habe Italien diese Menschen der Gefahr unmenschlicher Behandlung ausgesetzt, hieß es in dem EGMR-Urteil.

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