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Im Gefängnis : Italienischer Linksterrorist Battisti gesteht vier Morde

  • Aktualisiert am

Januar 2019: Cesare Battisti wird aus Bolivien nach Italien ausgeflogen. Bild: AFP

Jahrzehntelang hatte der frühere Linksterrorist Cesare Battisti seine Schuld an den vier politischen Morden bestritten. In der Haft bat er die Angehörigen der Opfer nun um Entschuldigung.

          Der frühere Linksterrorist Cesare Battisti hat eine Schuld an vier politischen Morden Ende der 1970er Jahre in Italien eingestanden und die Angehörigen der Opfer um Entschuldigung gebeten. Er empfinde eine „tiefe Beklommenheit wegen des ganzen Schmerzes“, den er verursacht habe, erklärte der Italiener nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa am Montag. Der 64-Jährige verbüßt wegen der Morde in Italien eine lebenslange Haftstrafe, zu der ihn ein Gericht bereits 1993 in Abwesenheit verurteilt hatte.

          Battisti verbrachte 40 Jahre lang auf der Flucht in unterschiedlichen Ländern, bevor er im Januar dieses Jahres in Bolivien festgenommen und nach Italien ausgeliefert wurde. Zuvor hatte Battisti zwar die Teilnahme am Untergrundkampf mit der Gruppe „Bewaffnete Proletarier für den Kommunismus“ zugegeben, die Morde jedoch bestritten.

          „Nicht länger das Paradies der Banditen“

          Innenminister Matteo Salvini kommentierte Battistis Geständnis und Entschuldigung am Montag per Tweet: „Ich erwarte, dass sich auch die Pseudo-Intellektuellen der Linken entschuldigen, die ihn viele Jahre gedeckt, verteidigt und verwöhnt haben.“ Salvini bezog sich darauf, dass Battisti lange mit Duldung linker Regierungen in Frankreich und Brasilien gelebt hatte. Zwischenzeitlich arbeitete er als Roman-Autor.

          Seinen letzten Wohnort Brasilien verließ er in Richtung Bolivien, nachdem der neu gewählte rechte Präsident Jair Bolsonaro seine Auslieferung als „kleines Geschenk“ an Italien angekündigt hatte. Auch Bolsonaro reagierte auf Twitter am Montag. Nachdem „Terroristen“ das Land jahrelang als politisches Exil genutzt hätten, habe Brasilien eine neue Botschaft an die Welt: „Wir werden nicht länger das Paradies der Banditen sein!“

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