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Nach Angaben aus Brasilien : Italienischer früherer Linksextremist Battisti gefasst

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Der italienische ehemalige Linksextremist Cesare Battisti im Herbst 2017 bei einem Interview in der Nähe von São Paulo Bild: EPA

Cesare Battisti lebte seit 2011 in Brasilien. Dort konnte er sich lange einer Auslieferung nach Italien entziehen. Doch die Wahl Bolsonaros zum Präsidenten markierte eine Wende. Jetzt soll Battisti in Bolivien gefasst worden sein.

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          Der italienische ehemalige Linksextremist Cesare Battisti ist nach Angaben eines brasilianischen Beamten und brasilianischer Medien in Bolivien gefasst worden. „Der italienische Terrorist Cesare Battisti ist heute Nacht in Bolivien festgenommen worden“, teilte der Berater des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro, Filipe G. Martins, in der Nacht zum Sonntag mit.

          Battisti werde in Kürze nach Brasilien überstellt und von dort aus vermutlich an Italien ausgeliefert, „um entsprechend der Entscheidung der italienischen Justiz seine lebenslange Haftstrafe abzusitzen“, schrieb Martins auf Twitter. Italien entsandte ein Flugzeug in das südamerikanische Land, teilte das Innenministerium in Rom am Sonntag mit.

          Battisti hatte sich jahrelang in Brasilien einer Auslieferung nach Italien entzogen. Mitte Dezember hatte der Oberste Gerichtshof Brasiliens Haftbefehl gegen ihn erlassen, seither fehlte von Battisti jede Spur. Brasilianische Medien berichteten unter Berufung auf die brasilianische Polizei, Battisti sei in der bolivianischen Stadt Santa Cruz de la Sierra gefasst worden.

          Battisti war 1993 in Italien in Abwesenheit wegen vierfachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er bestreitet die Vorwürfe. Die Ende der 1970er Jahre verübten Morde werden der linksextremistischen Gruppe Bewaffnete Proletarier für den Kommunismus angelastet, deren Mitgründer Battisti war.

          Der Italiener hielt sich seit 2011 in Brasilien auf und konnte sich lange unter dem Schutz linksgerichteter Präsidenten einer Auslieferung entziehen. Brasiliens neuer rechtsradikaler Präsident Bolsonaro hatte Italien aber bereits vor seiner Wahl Ende Oktober die Auslieferung Battistis in Aussicht gestellt. Er würde den „bei Brasiliens Linken so beliebten Terroristen“ direkt nach seinem Wahlsieg ausliefern, hatte er angekündigt.

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