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Flüchtlingshilfe : Italien will Rettungsschiff „Aquarius“ beschlagnahmen

  • Aktualisiert am

Das Rettungsschiff „Aquarius“ Bild: dpa

Sizilianische Behörden wollen das Flüchtlings-Rettungsschiff „Aquarius“ stoppen – mit einer merkwürdigen Begründung. Die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ weist die Vorwürfe zurück.

          Wegen des Vorwurfs illegaler Müllentsorgung wollen die Behörden in Sizilien das Rettungsschiff „Aquarius“ beschlagnahmen. Wie die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ und italienische Medien am Dienstag berichteten, wird der Schiffsbesatzung vorgeworfen, bei Hafenaufenthalten über Jahre hinweg medizinische und sonstige Abfälle unsortiert entsorgt zu haben. Darunter seien möglicherweise auch infektiöse Abfälle, so der Sender RaiNews.

          Demgegenüber erklärt „Ärzte ohne Grenzen“ in Italien, sämtliche Entsorgungen in den Häfen seien regelkonform verlaufen. Seit Beginn des Einsatzes der „Aquarius“ im Jahr 2015 hätten die zuständigen Behörden nie etwas beanstandet oder Risiken für die öffentliche Gesundheit benannt, so die Organisation. Um die Vorwürfe aufzuklären, sei man zu voller Zusammenarbeit mit den Behörden bereit. Derzeit liegt die „Aquarius“ allerdings im Hafen von Marseille.

          „Organisierte illegale Müllentsorgung“

          Laut RaiNews hätten die Polizeibehörden in Catania in 44 Fällen illegale Müllentsorgung in einem Umfang von 24 Tonnen festgestellt. Betreibern und Besatzung der „Aquarius“ und eines anderen Rettungsschiffes, der „Vos Prudence“, werfen sie „Aktivitäten organisierter illegaler Müllentsorgung“ vor. Italiens Innenminister Matteo Salvini kommentierte die Meldungen unmittelbar per Tweet. Mit seiner Politik unterbinde er „nicht nur verdeckten Handel von Menschen, sondern – wie es scheint – auch den von Giftmüll“.

          Demgegenüber erklärte eine Sprecherin von „Ärzte ohne Grenzen“, nach zwei Jahren juristischer Ermittlungen, bürokratischer Blockaden und unbestätigter Vorwürfe der Kooperation mit Menschenhändlern „wirft man uns nun organisierten Müllhandel vor“. Das sei „der extreme, beunruhigende Versuch, mit allen Mitteln unsere Such- und Rettungseinsätze auf dem Meer zu beenden“.

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