https://www.faz.net/-gpf-9l2lt

Abkommen mit Italien : Chinesischer Brückenkopf im Herzen Europas

Pekings Güter rollen quer durch Eurasien: Container des trimodalen Containerterminals stehen im Duisburger Hafen neben einem Zug aus China. Bild: dpa

Italien wird ein Rahmenabkommen mit China unterzeichnen, das weitreichende Investitionen ermöglichen würde. Kritiker befürchten, dass Peking seinen Einfluss ausbauen will.

          7 Min.

          Einerseits dürfte das Gezerre um den Staatsbesuch aus China, das seit zwei Wochen in der italienischen Politik herrscht, einem Staatschef wie Xi Jinping unwürdig erscheinen. Chinas Präsident legt so viel Wert auf Formen und Zeremoniell, dass er gerade einen Arbeitsbesuch in den Vereinigten Staaten absagte, als ihm Donald Trump nur ein Treffen in Florida angeboten hatte. Andererseits bieten die Italiener Xi Jinping für seinen Besuch von diesem Donnerstag bis zum Sonntag allen Pomp und alle Ehrerbietung, zu denen Rom fähig ist. Vom politischen Krach in der Regierung lässt sich Chinas Staatschef deshalb nicht abhalten. Offenbar gibt es in Italien auch viel zu gewinnen für die Chinesen.

          Friederike Böge
          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.
          Hendrik Kafsack
          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.
          Tobias Piller
          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

          Das Treffen soll eine Grundsatzvereinbarung hervorbringen über Italiens Teilnahme am weltumspannenden Programm der chinesischen Infrastrukturinvestitionen, das unter den Namen „Neue Seidenstraße“ oder „Road and Belt Initiative“ firmiert. China will mit seinen Investitionen näher an die Absatzmärkte für seine Industriegüter heranrücken. Rahmenabkommen für die Neue Seidenstraße hat das Land bereits mit zehn osteuropäischen EU-Ländern sowie mit Griechenland, Malta und Portugal abgeschlossen.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          : Wir feiern 3 Jahre F+

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Mann mit Mission: Kolumnist Reinhardt bei der Probe

          Wir kosten bei Aldi und Lidl : Wie gut sind Weine vom Discounter?

          Kann der was? Unser Weinkolumnist hat 35 Weine von Aldi und Lidl in der Preisspanne von 1,99 bis 14,99 Euro verkostet – und die ein oder andere Überraschung erlebt. Hier sein Befund.
          Wie vor Corona: Konzert der dänischen Band „The Minds of 99“ im September 2021

          Corona in Dänemark : Die nächste Welle im Norden

          Gelassen blicken die Dänen auf die wachsenden Corona-Zahlen in ihrem Land. Sie genießen weiter die Freiheit in vollen Zügen.
          Klare Linien, offene Räume, perfekte Proportionen: Ludwig Mies van der Rohes Farnsworth House ist ein Triumph des Minimalismus.

          Architektur : Das Idealbild des offenen Raums

          Ludwig Mies van der Rohe und Frank Lloyd Wright haben in Illinois zwei der berühmtesten Privathäuser der Architekturgeschichte gebaut. Sie prägen unser Verständnis von Wohnen bis heute.