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Abkommen mit Italien : Chinesischer Brückenkopf im Herzen Europas

Pekings Güter rollen quer durch Eurasien: Container des trimodalen Containerterminals stehen im Duisburger Hafen neben einem Zug aus China. Bild: dpa

Italien wird ein Rahmenabkommen mit China unterzeichnen, das weitreichende Investitionen ermöglichen würde. Kritiker befürchten, dass Peking seinen Einfluss ausbauen will.

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          Einerseits dürfte das Gezerre um den Staatsbesuch aus China, das seit zwei Wochen in der italienischen Politik herrscht, einem Staatschef wie Xi Jinping unwürdig erscheinen. Chinas Präsident legt so viel Wert auf Formen und Zeremoniell, dass er gerade einen Arbeitsbesuch in den Vereinigten Staaten absagte, als ihm Donald Trump nur ein Treffen in Florida angeboten hatte. Andererseits bieten die Italiener Xi Jinping für seinen Besuch von diesem Donnerstag bis zum Sonntag allen Pomp und alle Ehrerbietung, zu denen Rom fähig ist. Vom politischen Krach in der Regierung lässt sich Chinas Staatschef deshalb nicht abhalten. Offenbar gibt es in Italien auch viel zu gewinnen für die Chinesen.

          Friederike Böge

          Politische Korrespondentin für Ostasien.

          Hendrik Kafsack

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Tobias Piller

          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

          Das Treffen soll eine Grundsatzvereinbarung hervorbringen über Italiens Teilnahme am weltumspannenden Programm der chinesischen Infrastrukturinvestitionen, das unter den Namen „Neue Seidenstraße“ oder „Road and Belt Initiative“ firmiert. China will mit seinen Investitionen näher an die Absatzmärkte für seine Industriegüter heranrücken. Rahmenabkommen für die Neue Seidenstraße hat das Land bereits mit zehn osteuropäischen EU-Ländern sowie mit Griechenland, Malta und Portugal abgeschlossen.

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