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Bei G-8-Gipfel in Genua 2001 : Menschrechtsgericht verurteilt Italien wegen Folter

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Ausnahmezustand in Genua: Beim G-8-Gipfel 2011 kam es zu zu schweren Auseinandersetzungen, hier versucht ein Demonstrant, die verbarrikadierte Tür einer Bank aufzubrechen. Bild: dpa

Der G-8-Gipfel in Genua vor 16 Jahren wurde überschattet von heftigen Krawallen. Nach Ansicht des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofes haben Polizisten dabei systematisch mit Knüppeln auf Demonstranten eingeschlagen.

          Der Europäische Menschenrechtsgerichtshof hat Italien wegen Polizeigewalt gegen Demonstranten beim G-8-Gipfel in Genua 2001 verurteilt. Die Straßburger Richter werteten die nächtliche Stürmung einer Schule, in der Gipfelkritiker übernachteten, als Folter. Dutzende Globalisierungsgegner wurden damals verletzt. Die 42 Kläger aus mehreren Staaten, darunter auch mehrere aus Deutschland, erhielten am Donnerstag Entschädigungszahlungen zwischen jeweils 45.000 und 55.000 Euro zugesprochen.

          Laut dem Menschenrechtsgerichtshof drangen die Sondereinsatzkräfte der italienischen Polizei am 21. Juli 2001 gegen Mitternacht in die Schule ein. Dabei seien die Demonstranten systematisch und brutal geschlagen worden. 93 Personen seien verhaftet, 78 von ihnen wegen teils schwerer Verletzungen und Knochenbrüchen in Kliniken behandelt worden. Den Gerichtsangaben zufolge schlugen die Polizisten mit Knüppeln zu, traten und rissen die Demonstranten an den Haaren und warfen Möbel nach ihnen.

          Der Genueser G-8-Gipfel war von schweren Unruhen und Straßenschlachten begleitet. Ein Demonstrant starb durch Schüsse aus einer Polizeiwaffe, als er Polizisten mit einem Feuerlöscher angriff, und wurde zudem von einem Polizeifahrzeug überfahren.

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