https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/italien-warum-meloni-vorerst-nichts-verruecktes-tun-wird-18354639.html
Matthias Rüb (rüb)

Regierungsbildung in Italien : Warum Meloni vorerst nichts Verrücktes tun wird

  • -Aktualisiert am

Siegerin: Giorgia Meloni am Wahlabend Bild: AP

Ihr Weg hat die neue italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni von der rechten Schmuddelecke ins politische Zentrum geführt. Doch er könnte schon bald zu Ende sein.

          2 Min.

          Ein Wahlversprechen, vielleicht ihr wichtigstes, hat die designierte italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni schon eingelöst, vorerst jedenfalls: „keine verrückten Dinge“ zu tun. Dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj hat Meloni versichert, Italien werde unter ihrer Führung die Politik des scheidenden Ministerpräsidenten Mario Draghi fortsetzen: Kiew weiter mit Geld und Waffen unterstützen, Moskau weiter mit Sanktionen belegen, mit EU und NATO im Ukrainekrieg weiter an einem Strang ziehen. An die Nation und an die internationalen Partner sendet Meloni das Signal, sie werde eine Kabinettsliste „hochkarätiger Persönlichkeiten“ präsentieren, damit die neue Regierung daheim wie im Ausland „bella figura“ mache.

          Schon das ist eine Riesenaufgabe, bei der die 45 Jahre alte Politikerin ihr ganzes politisches Geschick braucht. Ihre Koalitionspartner Matteo Salvini und Silvio Berlusconi, politische Alphatiere, wurden vom Wähler arg gestutzt: Zusammen erhielten die „historischen“ Parteien der beiden Männer nicht einmal zwei Drittel des Stimmenanteils, den die bald mächtigste Frau im Land mit ihrer erst von zehn Jahren gegründeten „Neupartei“ erreichte. Wenn sich Meloni in der Schicksalsfrage Krieg daheim nicht gegen die bekennenden Putin-Versteher Salvini und Berlusconi durchsetzen kann, wird ihr Weg vom Rand in die Mitte, von der rechten Schmuddelecke ins politische Zentrum, schon bald zu Ende sein.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Mark Zuckerberg, Gründer und Chef von Meta Plattforms.

          Abstieg der Milliardäre : Musk und Zuckerberg verlieren ein Vermögen

          Die Reichsten der Welt haben 2022 ein Fünftel ihres Vermögens verloren. Einige von ihnen traf es noch härter. Wir erzählen fünf Geschichten.

          Leben im Camper : Ein Zuhause auf vier Rädern

          Urlaub im Camper boomt – mehr denn je. Dominik Freund lebt sogar in einem Van und hat sich seinen Traum erfüllt: Er baut alte Fahrzeuge zu stylischen Wohnmobilen um. In den sozialen Medien zeigt er, wie das geht.