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Regierungsbildung in Italien : Super-Mario und Matteo im Schafspelz

Lega-Chef Matteo Salvini spricht nach seinem Treffen mit Mario Draghi in Rom am 6. Februar zur Journalisten Bild: AP

Noch vor kurzem hat Lega-Chef Matteo Salvini Neuwahlen gefordert und gegen die EU gewettert. Jetzt will er mit dem Pro-Europäer Mario Draghi regieren. Wie ist es dazu gekommen?

          3 Min.

          Seit Mario Draghi von Präsident Sergio Mattarella mit der Bildung einer „Regierung hohen Profils“ beauftragt worden ist, sprießen in Italiens Blätterwald die Metaphern. Der Einstieg des einstigen Chefs der Europäischen Zentralbank ins politische Geschäft komme einem Meteoriteneinschlag gleich, der die italienische Parteienlandschaft nachhaltig verändern werde, heißt es etwa. Tatsächlich deutet der bisherige Verlauf der Gespräche Draghis mit den im Parlament vertretenen Parteien auf nachhaltige politische Verwerfungen hin.

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Mit Ausnahme der postfaschistischen Partei „Brüder Italiens“ von Giorgia Meloni haben alle Parlamentsfraktionen – von der Linken über die Mitte bis zur Rechten – Draghi ihre Unterstützung zugesichert. Wenn nicht alles täuscht, werden die politischen Erzfeinde von gestern schon morgen gemeinsam an Draghis Kabinettstisch sitzen. Ob auch die Zusage von Beppe Grillo, Gründer und „Garant“ der linkspopulistischen Fünf-Sterne-Bewegung, Bestand haben wird, muss sich aber noch bei der Internetabstimmung der registrierten Aktivisten und Mitglieder der Protestbewegung auf deren Plattform „Rousseau“ an diesem Mittwoch und Donnerstag zeigen. Die Erfahrung mit früheren Abstimmungen auf der Plattform zeigt aber, dass das „Fußvolk“ der Bewegung den politischen Vorgaben der Führung auch bei harten Richtungswechseln immer folgt.

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