https://www.faz.net/-gpf-ag6nn

Debatte in Italien : Der Umweltminister, der zur Atomkraft zurück will

Ursprünglich sollte an dieser Stelle in Italien das Kernkraftwerk Montalto di Castro in Betrieb gehen. Nun steht dort ein Öl- und Gaskraftwerk. Bild: Reuters

Italiens Umweltminister Roberto Cingolani wirbt dafür, zu Kernkraftwerken zurückzukehren, wenn neue Technologien ausgereift seien. Es dürfe keinen „ideologischen Bann“ geben. Doch der Proteststurm im Land ist groß.

          3 Min.

          Italiens Umweltminister Roberto Cingolani füllt in der öffentlichen Debatte um Energiepreise und Energiepolitik eine dreifache Rolle aus. Einerseits überbringt er die Hiobsbotschaft vom sprunghaften Preisanstieg. Dieser Tage sagte er einen Anstieg der Strompreise von nochmals vierzig Prozent im vierten Quartal voraus, nachdem sie schon im dritten Quartal um zwanzig Prozent gestiegen sind.

          Matthias Rüb
          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Danach beruhigt Cingolani die Italiener jedoch mit dem Versprechen, der Staat werde ihnen helfen: Die Regierung in Rom wird zur Abfederung des Preisschocks dreieinhalb Milliarden Euro bereitstellen, um private Verbraucher, Handel und Produktion zu entlasten. Und schließlich verstößt der Umweltminister gegen lange bestehende Denkverbote im Streit um die Stromerzeugung, indem er eine Renaissance der Kernkraft als grüne Energiequelle anregt.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Cannabis-Legalisierung : Vom Coffeeshop zum Drogenkrieg

          In den Niederlanden ist Kiffen seit langem erlaubt, Amsterdam genoss den Ruf eines liberalen Idylls. Doch mittlerweile führen Banden gegeneinander einen Drogenkrieg, wie man ihn bisher nur aus Mexiko oder Kolumbien kannte.

          Phänomen „Pop its“ : Es ploppt auf allen Schulhöfen

          „Pop its“ haben den Spielwarenmarkt im Sturm erobert – und das ganz ohne Werbung. Spielwarenhändler können sich den Erfolg kaum erklären. Geholfen haben TikTok und Corona.