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Italienischer Innenminister : Streit über Salvinis „Sklaven“-Kommentar

  • Aktualisiert am

Innenminister Matteo Salvini Bild: dpa

Die Afrikanische Union kritisiert eine Aussage des italienischen Innenministers Matteo Salvini. Der will seine Bemerkung über Sklaven jedoch ganz anders verstanden wissen.

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          Die Afrikanische Union (AU) hat Italiens Innenminister Matteo Salvini scharf kritisiert, weil er afrikanische Migranten mit „Sklaven“ gleichgesetzt habe. „Es ist die Sicht der Afrikanischen Union, dass Beschimpfungen nicht die Herausforderungen lösen werden, mit denen Afrika und Europa konfrontiert sind“, teilte das Bündnis afrikanischer Staaten mit. Die AU rief den Rechtspolitiker am Dienstagabend auf, seine „abfällige Bemerkung“ zurückzuziehen. Salvini wies die Forderung zurück.

          Während einer EU-Konferenz zur Migration in Wien hatte Salvini am Freitag den luxemburgischen Innenminister Jean Asselborn für die Aussage kritisiert, wegen der alternden Bevölkerung brauche Europa Migranten. Salvini sagte: „Vielleicht ist das in Luxemburg nötig. In Italien haben wir das Bedürfnis, unseren Kindern zu helfen, weitere Kinder zu haben, nicht neue Sklaven zu haben, um die Kinder zu ersetzen, die nicht mehr geboren werden.“ Asselborn unterbrach den für seine scharfe Rhetorik gegen Migranten bekannten Salvini wütend und sagte am Ende: „So ein Scheiß!“

          Die AU deutete an, dass Italien einen derartigen Standpunkt nicht vertreten könne, und verwies dabei auf die Auswanderung etlicher Italiener im späten 19. und im 20. Jahrhundert. Es sei bewiesen, „dass Italien sehr von seiner Diaspora profitiert hat“. Die AU rief Europa dazu auf, sich nicht nur auf die Migrationskrise zu fokussieren, sondern diese als Chance zu sehen, mit Afrika über eine umfassende Entwicklungskooperation zu sprechen. „Die Geschichte, Geopolitik und Zukunft Afrikas und Europas sind so verflochten, dass die zwei Kontinente sich nicht gegenseitig wegwünschen können“, hieß es.

          Salvini sagte, er habe sich für nichts zu entschuldigen. „Und ich dementiere jedwede Gleichsetzung von Migranten mit Sklaven, im Gegenteil, meine Erklärungen in Wien waren zur Verteidigung der Migranten, die manch einer als Sklaven benutzen will“, sagte der Minister am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Rom.

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