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Italien : Schluss mit lustig

Um Freigeister der Grillo-Bewegung für sich zu gewinnen, muss Pier Luigi Bersani auf unabhängige Persönlichkeiten setzen, die sich außerhalb der etablierten Parteien profiliert haben.

          Nachdem dieser Tage nur auf dem Petersplatz gejubelt wurde, gibt es endlich einmal gute Nachrichten von der anderen Seite des Tibers: Einige Parlamentarier der „Bewegung 5 Sterne“ von Beppe Grillo haben bei der Wahl zum Senatspräsidenten für den früheren Mafia-Jäger Pietro Grasso gestimmt - entgegen der von oben vorgegebenen Linie. Grillo, der wollte, dass seine Leute weiterhin nur leere Stimmzettel abgeben, tobt und droht den Abweichlern. Schon bei diesem bescheidenen Anflug von Pragmatismus hört für den angeblichen Komiker der Spaß auf.

          Zu wünschen ist, dass dies nur der Anfang war, dass sich mehr „Grillini“ in Abgeordnetenkammer und Senat von ihrem auf Krawall gebürsteten Führer absetzen und Verantwortung für ihr Land übernehmen. Die Wahl Grassos wie auch die der früheren Sprecherin des UN-Flüchtlingshochkommissariats Laura Boldrini zur Präsidentin der Kammer zeigt, was der Vorsitzende der Demokratischen Partei, Pier Luigi Bersani, tun muss, um die Freigeister zu gewinnen: auf unabhängige Persönlichkeiten setzen, die sich außerhalb der etablierten Parteien profiliert haben.

          Friedrich Schmidt

          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

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