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Italien : Eine Tote und Verletzte bei Explosion vor Berufsschule in Brindisi

  • Aktualisiert am

Der Anschlagsort: Die Berufsschule in Brindisi Bild: dpa

Bei einer Explosion vor einer Berufsschule im Süden Italiens ist eine Schülerin getötet worden. Sieben weitere seien verletzt worden, hieß es. Die Schule trägt den Namen der Ehefrau des Mafia-Jägers Giovanni Falcone.

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          Bei einer Bombenexplosion vor einer Berufsschule im Südosten Italiens ist am Samstag ein Mädchen getötet worden. Nach Krankenhausangaben starb die 16 Jahre alte Schülerin, als der Sprengsatz am Morgen vor der Modeschule in Brindisi explodierte. Italienische Medien meldeten zunächst zwei tote Mädchen, dies wurde dann aber vom behandelnden Krankenhaus dementiert.

          Mehrere der insgesamt rund 600 Schüler, die die Modeschule in der Hafenstadt in Apulien besuchen, wurden verletzt. Nach Angaben von Sicherheitskräften explodierte der Sprengsatz aus miteinander verbundenen Gasflaschen gegen 07.45 Uhr, als die Schüler zum Unterricht strömten. Vermutlich waren sie in Rucksäcken versteckt, die auf einer kleinen Mauer vor der Schule abgestellt wurden. Die Verletzten, unterschiedlichen Angaben zufolge zwischen sechs und acht, erlitten laut der Nachrichtenagentur Ansa schwere Verbrennungen. Italienische Medien berichteten zunächst über den Tod eines zweiten Mädchens. Das Krankenhaus wies dies aber dann Ansa zufolge zurück. Ihr Zustand sei sehr ernst, aber stabil, hieß es demnach aus der Klinik.

          Die Francesca-Morvillo-Falcone-Schule ist nach der Ehefrau des bekannten Mafia-Jägers Giovanni Falcone benannt. Der Untersuchungsrichter war am 23. Mai vor 20 Jahren mit seiner Frau und drei Leibwächtern bei einem Attentat in Sizilien getötet worden. Die Mafia hatte den Wagen Falcones mit 500 Kilogramm Dynamit auf der Autobahn zwischen Palermo und dem Flughafen der Stadt in die Luft gesprengt. Zu dem Anschlag in Brindisi bekannte sich zunächst niemand.

          Es gebe kein „klares Motiv“, sagte die italienische Innenministerin Annamaria Cancellieri dem Fernsehsender Sky TG24. Der Bürgermeister der Stadt, Mimmo Consales, sagte der Nachrichtenagentur Ansa, es gebe „zu viele Zufälle“ in dieser Sache. So jähre sich nicht nur das Attentat auf Falcone in diesen Tagen zum 20. Mal, sondern am Samstag habe auch eine Demonstration zur Erinnerung daran nahe Brindisi stattfinden sollen.

          Italien : Eine Tote nach Bombenexplosion in Brindisi

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