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Erste Erfahrungen in Italien : Der Impfpass leert die Tische

Ein Mitarbeiter einer Pizzeria in Rom kontrolliert einen Impfpass. Bild: Reuters

In Italien gilt seit einer Woche vielerorts eine Impfpasspflicht. Die erste Bilanz der Gastronomen fällt ernüchternd aus. Und was passiert, wenn jemand einen falschen Impfpass vorzeigt?

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          In Italien gilt seit knapp einer Woche eine Impfpasspflicht für viele Orte und Veranstaltungen. Wie wirkt sich das aus? Die erste Zwischenbilanz der Gastronomen jedenfalls ist gedämpft: Die Branche berichtet von einem Umsatzrückgang von 25 Prozent am ersten Wochenende nach Einführung des in Italien als „Green Pass“ bezeichneten Impfzertifikats. Vor allem Familien mit minderjährigen Kindern hätten auf das gemeinsame Essen im Restaurant verzichten müssen, weil die Impfquoten bei Jugendlichen immer noch sehr niedrig seien. Der Gastronomieverband fordert, dass die Altersgruppe von zwölf bis 18 Jahren wenigstens bis zum Ende des Ferienmonats August von der Impfpass-Pflicht befreit werden solle. Für die Bewirtung im Freien und für den Konsum am Tresen gilt die Pflicht nicht.

          Matthias Rüb
          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Zwar sind Gastronomiebetriebe und die anderen betroffenen Einrichtungen dazu verpflichtet, die Impfzertifikate der Besucher zu kontrollieren. Zur Überprüfung der Personaldokumente seien aber nur Polizei und Carabinieri befugt, stellte Innenministerin Luciana Lamorgese am Montag klar. Am Dienstag präzisierten das Innenministerium und der Datenschutzbeauftragte der Regierung die Bestimmung dahin gehend, dass die Betreiber von Einrichtungen bei Zweifeln an der Übereinstimmung des vorgelegten Impfpasses mit der Person, die das Zertifikat vorgezeigt hat, deren Personalien überprüfen können, aber nicht müssen.

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