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Hängepartie in Italien : Die Populisten ringen um die Macht

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Der Spitzenkandidat der Protestbewegung „Fünf Sterne“, Luigi Di Maio Bild: EPA

Erst hüllte sich Luigi Di Maio in Schweigen und tauchte ab. Nun macht der Spitzenkandidat der „Fünf-Sterne“-Bewegung klar: Er will regieren. Doch auch die rechte Lega-Partei beansprucht die politische Führung für sich. Italien steht vor schwierigen Zeiten.

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          Noch vor der Bekanntgabe der offiziellen Wahlergebnisse der italienischen Parlamentswahlen hat der Spitzenkandidat der „Fünf-Sterne“-Bewegung, Luigi Di Maio, für seine Partei den Anspruch auf die Regierungsbildung reklamiert. „Die Wahlen waren für uns ein Triumph“, sagte er am Montag in Rom bei einer Pressekonferenz. Der Erfolg seiner Partei mache die „Fünf Sterne“ deshalb unausweichlich zur natürlichen Regierungspartei.

          Laut dem vorläufigen Ergebnis der Wahlen liegt die „Fünf-Sterne“-Bewegung bei 32 Prozent. Etwa elf Millionen Italiener hätten den „Fünf Sternen“ ihr Vertrauen geschenkt, sagte der 31 Jahre alte Politiker. Seine Partei werde diese Verantwortung annehmen. Di Maio zeigte sich offen für mögliche Koalitionen: „Wir sind offen für alle politischen Kräfte.“ Im Vordergrund stünden unter anderem die Themen Arbeit, Sicherheit, Migration und Steuern. „Heute beginnt die Dritte Republik und es wird eine Republik der italienischen Bürger sein.“

          Damit sind die „Fünf Sterne“ die stärkste Einzelpartei. Lediglich das Rechtsbündnis um den ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi hat nach dem vorläufigen Ergebnis mehr Stimmen erzielt. Insgesamt 37 Prozent der Wähler haben für das Bündnis, dem die fremdenfeindliche Partei Lega angehört, gestimmt.

          Auch Lega-Chef Matteo Salvini sagte am Montag, er habe „das Recht und die Pflicht“ eine Regierung zu bilden. „Wir sind eine politische Kraft, die die ganze Nation repräsentiert“, sagte Salvini und verwies dabei auf die Erfolge seiner Partei sowohl in den Regionen des Nordens als auch in denen des Südens.

          Im Laufe des Tages wird das offizielle Wahlergebnis erwartet. Die regierenden Sozialdemokraten (PD) kamen nach vorläufigen Ergebnissen nur auf 19 Prozent der Stimmen.

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