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Wahl in Istanbul : Und alles wurde sehr gut

CHP-Kandidat Ekrem Imamoglu gewann die Bürgermeisterwahl in Istanbul mit 54,2 Prozent der Stimmen und wurde von seinen Anhängern gefeiert. Bild: Reuters

Durch seinen deutlichen Sieg nimmt Imamoglu der AKP Istanbul ab. Erdogans Partei konnte der Kampagne nichts entgegensetzen. Sie machte sogar alles noch schlimmer.

          6 Min.

          Auf der türkischen Ägäishalbinsel Datca herrschte in den vergangenen Tagen bestes Sommerwetter, mit knapp 34 Grad und fast 14 Sonnenstunden. Keine Spur von den „gleichzeitigen Regen-, Sand- und Schneestürmen“, vor denen manche von der CHP regierten Stadtverwaltungen dort gewarnt hatten. Die Warnungen waren natürlich ein Scherz gewesen, aber die Aufforderung insbesondere an reisewillige Istanbuler, lieber zu Hause zu bleiben, war durchaus ernst gemeint – eine humoristische Abwehrmaßnahme gegen die Tatsache, dass die Wiederholung der Istanbuler Oberbürgermeisterwahl in die Urlaubszeit gelegt worden war. Tatsächlich kehrten zahlreiche Bewohner der Stadt wegen der Wahl zurück oder fuhren gar nicht erst weg. Viele Reisebüros und Fluglinien akzeptierten kostenlose Umbuchungen.

          Christian Meier

          Redakteur in der Politik.

          Das hat sich ausgezahlt. Mit einer Mehrheit von 54,2 Prozent der Stimmen, teilte der Oberste Wahlrat mit, hat der CHP-Kandidat Ekrem Imamoglu die Wahl gewonnen. Schon früh am Wahlabend ließen die ersten, inoffiziellen Zahlen keinen Zweifel an Imamoglus Sieg zu – ganz anders als bei der später annullierten Wahl am 31. März, als nach der Schließung der Wahllokale lange Zeit Unsicherheit geherrscht und der AKP-Kandidat Binali Yildirim sich zwischenzeitlich zum Sieger erklärt hatte. Yildirim, der auf 45 Prozent kam, akzeptierte früh seine Niederlage. Später meldete sich auf Twitter Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, der auch AKP-Vorsitzender ist, zu Wort und sprach davon, dass der „nationale Wille sich heute wieder gezeigt hat“.

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