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Besuch in Istanbul : Merkel fordert Wissenschaftsfreiheit in der Türkei

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Kanzlerin Angela Merkel hält während der Eröffnungszeremonie der türkisch-deutschen Universität einen Spiegel, den sie als Geschenk bekommen hat. Bild: dpa

Bei der Eröffnung des Campus der deutsch-türkischen Universität in Istanbul spricht die Kanzlerin klare Worte. Sie selbst habe in der DDR erlebt, wie mangelnde Freiheit die Wissenschaft behindere.

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          Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei einem Besuch in der Türkei mehr gesellschaftliche Freiheit gerade an Hochschulen und in der Forschung angemahnt. „Je größer die wissenschaftliche Freiheit ist, desto größer ist auch der wissenschaftliche Ertrag“, sagte Merkel am Freitag in Istanbul bei der Eröffnung des Campus der deutsch-türkischen Universität mit Präsident Recep Tayyip Erdogan. Sie selbst habe in der DDR erlebt, wie mangelnde Freiheit die Wissenschaft behindere.

          Hintergrund ist die restriktive Innenpolitik Erdogans gegenüber Medien, Wissenschaftlern und der Zivilgesellschaft. Beide Politiker lobten die deutsch-türkische Universität mit derzeit rund 2300 Studenten als Vorbild der bilateralen Zusammenarbeit. Erdogan lud deutsche Studenten ein, in der Türkei zu studieren und kündigte gemeinsame Hochschulen auch mit Japan und Italien an. Die Kanzlerin würdigte, dass die Türkei während der nationalsozialistischen Zeit viele verfolgte deutsche Wissenschaftler aufgenommen habe. Diese dankten es dem Aufnahmeland, indem sie die türkische Wissenschaft mit ausbauten.

          Merkel ging an der Universität auch auf die Aufnahme von mehr als zwei Millionen syrischen Flüchtlingen in der Türkei ein. „Das ist eine Leistung, die gar nicht hoch genug geschätzt werden kann und Anerkennung verdient.“ Die EU und Deutschland unterstützen die Türkei dabei mit rund sechs Milliarden Euro. Erdogan möchte eine Verlängerung der Finanzhilfen. Die EU-Hilfen dienen der Versorgung der Flüchtlinge sowie der Schulbildung von Flüchtlingskindern. 

          Die Kanzlerin traf sich auch mit einer Wirtschaftsdelegation und wird am Nachmittag zudem Vertreter der türkischen Zivilgesellschaft treffen. Hauptthemen des bilateralen Gesprächs mit Erdogan am Nachmittag dürften die Flüchtlingspolitik und die Lage in Syrien sowie in Libyen sein. Die Türkei ist in die Konflikte in den beiden Ländern auch militärisch verwickelt.

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