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Für eine Zwei-Staaten-Lösung : Ist Nordzyperns neuer Präsident ein Hardliner?

Ein Hardliner? Tatar nach der Wahl am Sonntagabend im türkischen Teil Nikosias. Bild: Reuters

Bei der Wahl in Nordzypern hat sich Ersin Tatar gegen den Amtsinhaber durchgesetzt. Er glaubt nicht an eine Wiedervereinigung der Insel. Doch das liegt auch an den griechischen Zyprern.

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          Recep Tayyip Erdogan hat gewonnen. Bei der Präsidentenwahl in der nur von der Türkei anerkannten „Türkischen Republik Nordzypern“ hat sich sein Kandidat Ersin Tatar im Stichentscheid knapp durchgesetzt. Tatar, bisher Regierungschef im türkisch kontrollierten Teil Zyperns, erhielt im Duell mit Amtsinhaber Mustafa Akinci am Sonntag gut 51,7 Prozent der Stimmen. Auf den ersten Blick scheint das kaum bedeutsam: Dem Quasistaat im Norden der seit 1974 als Folge der türkischen Invasion geteilten Insel fehlt schließlich nicht nur die internationale Anerkennung, er ist mit kaum 200.000 Wahlberechtigten auch numerisch nicht von großer Bedeutung. Zudem hängt Nordzypern wirtschaftlich ebenso wie militärisch – und damit eben auch politisch – stark von der Türkei ab.

          Michael Martens

          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Doch für das östliche Mittelmeer ist es nicht gleichgültig, wer den türkisch dominierten Teil Zyperns repräsentiert, denn dort bündeln sich nicht nur die innerzyprischen Spannungen, sondern auch die Konflikte zwischen Athen und Ankara, wie zuletzt der neu aufgeflammte „Gasstreit“ zwischen den beiden Nato-Staaten zeigt. Einen Schluss lässt der Wahlausgang schon zu: Nordzypern wird künftig noch enger an die Türkei heranrücken. Der knapp abgewählte Präsident Akinci hatte sich zwar über die Abhängigkeit seines Gebiets von der Türkei nie Illusionen gemacht. Doch er hatte wo immer möglich eine Abgrenzung zu Ankara betrieben, nicht zuletzt durch ein glaubwürdiges Eintreten für Demokratie und Pressefreiheit.

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