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Human Rights Watch alarmiert : Ist China Schuld am Tod eines tibetischen Mönchs?

Ein Mönch in der Nähe eines Sees im nationalen Feuchtgebietspark im Südwesten der autonomen Region Tibet (Symbolfoto) Bild: dpa

Der Mönch Tenzin Nyima soll sich für die Unabhängigkeit Tibets eingesetzt haben – nun ist er verstorben. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch macht China schwere Vorwürfe.

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          Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch macht die chinesischen Behörden für den Tod eines 19 Jahre alten tibetischen Mönchs verantwortlich, der mit schweren Verletzungen aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden sei. Tenzin Nyima war nach Angaben der Organisation im November 2019 in der Provinz Sichuan festgenommen worden, nachdem er Flugblätter verteilt und Forderungen nach einer Unabhängigkeit Tibets skandiert habe.

          Friederike Böge

          Politische Korrespondentin für Ostasien.

          Hintergrund der Protestaktion sei eine Kampagne der Regierung zur Armutsbekämpfung gewesen, die mit Zwangsumsiedlungen von Nomaden und lokalen Bewohnern einhergegangen sei. Im Oktober 2020 sei die Familie des jungen Mönchs von der Gefängnisverwaltung aufgefordert worden, den schwer verletzten Tenzin Nyima abzuholen und in ein Krankenhaus zu bringen. Im Dezember sei er seinen Verletzungen erlegen, teilte Human Rights Watch am Freitag mit.

          „Chinesische Behörden haben einmal mehr eine willkürliche Festnahme in eine Todesstrafe verwandelt“, sagte Sophie Richardson, die Chinadirektorin der Organisation. Dokumente des Krankenhauses, die Human Rights Watch vorlägen, deuteten darauf hin, dass der Mönch sich bereits zehn Tage in einem kritischen Zustand befunden habe, bevor er seiner Familie übergeben worden sei. Offenbar sei er gelähmt gewesen. 

          Die Organisation forderte die chinesische Regierung auf, den Fall zu untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Sie verwies zudem auf das Schicksal von sechs weiteren Tibetern, die im Zusammenhang mit den Protesten gegen die Zwangsumsiedlungen zu Haftstrafen von bis zu fünf Jahren verurteilt wurden. Ein 22 Jahre alter Mönch sei dafür verurteilt worden, dass er in sozialen Netzwerken auf die Festnahme anderer Mönche hingewiesen habe.

          Im Gegensatz zu der Unterdrückung der uigurischen Minderheit in der westchinesischen Region Xinjiang wird über Menschenrechtsverletzungen in Tibet nur noch selten berichtet. Das liegt auch daran, dass Journalisten nicht nach Tibet reisen können.

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