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Nahostkonflikt : Israels Militär droht Hamas mit gezielten Tötungen

Zerstörtes Hochhaus in Gaza: Im „Jala“ sollen Mitglieder der Hamas gelebt haben. Bild: AFP

Israels Raketen zerstören ein Hochhaus mit Journalistenbüros im Gazastreifen. Der Armeesprecher kündigt weitere Angriffe auf die Führungsriege der Hamas an. Iran stellt sich hinter sie. Und US-Präsident Biden telefoniert — mit Israels Regierungschef Netanjahu und Palästinenserpräsident Abbas.

  • Aktualisiert am
          7 Min.

          Israels Militär hat der Führungsriege der im Gazastreifen herrschenden Palästinenserorganisation Hamas mit gezielter Tötung gedroht. Armeesprecher Hidai Zilberman sagte dem israelischen Fernsehen am Samstagabend, man werde in der Nacht weiter wichtige Einrichtungen der Hamas und des Islamischen Dschihads überall im Gazastreifen angreifen. Dies gelte auch für die höchste Führungsriege der Hamas.

          Ein Sprecher des militärischen Hamas-Arms drohte dagegen, seine Organisation werde von Mitternacht an abermals Raketen auf Tel Aviv feuern. Bei einem massiven Angriff auf ein breites Tunnelsystem der Hamas hatte Israels Luftwaffe nach eigenen Angaben in der Nacht zum Freitag rund 500 Tonnen Munition eingesetzt. Nach Einschätzung der israelischen Armee könnten bei dem Angriff auf das unterirdische sogenannte Metro-System zahlreiche Hamas-Kämpfer getroffen worden sein. „Jeder Terrorist in Gaza weiß heute, dass er sich nirgends verstecken kann, nicht über der Erde – und nach dem Angriff auf die Metro – auch nicht unter der Erde“, sagte Zilberman.

          Zuvor hatte ein Luftangriff Israels auch ein von internationalen Medien genutztes Hochhaus im Gazastreifen getroffen. Angesichts der Gewalt im Nahen Osten hat US-Präsident Joe Biden mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas telefoniert. Das Weiße Haus teilte zu dem Gespräch mit Netanjahu mit: „Der Präsident bekräftigte seine nachdrückliche Unterstützung für das Recht Israels, sich gegen die Raketenangriffe der Hamas und anderer terroristischer Gruppen im Gazastreifen zu verteidigen.“ Biden habe seine Besorgnis über die Sicherheit von Journalisten zum Ausdruck gebracht und die Notwendigkeit betont, deren Schutz zu gewährleisten. Es war Bidens zweites Gespräch mit Netanjahu seit Mittwoch.

          Erstes Telefonat mit Abbas

          Das Telefonat mit Abbas war das erste seit Bidens Amtsübernahme am 20. Januar. Dazu teilte das Weiße Haus mit, Biden habe Abbas über das diplomatische Engagement der USA im laufenden Konflikt informiert. Biden habe zudem betont, die Hamas müsse den Raketenbeschuss auf Israel einstellen. Biden und Abbas hätten ihre Sorge über den Tod unschuldiger Zivilisten zum Ausdruck gebracht. Der US-Präsident habe sein Engagement für eine verhandelte Zwei-Staaten-Lösung betont. Das sei der beste Weg zu einer gerechten und dauerhaften Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts.

          Netanjahu teilte auf Twitter zu dem Gespräch mit Biden mit, er habe den US-Präsidenten über Entwicklungen und Maßnahmen informiert, die Israel ergriffen habe und noch ergreifen wolle. Er dankte Biden zudem für die „bedingungslose Unterstützung“ der USA, wenn es um Israels Recht auf Selbstverteidigung gehe.

          Israels Luftwaffe hatte ein 13-stöckiges Hochhaus am Samstag komplett zerstört, in dem Medienunternehmen wie Associated Press (AP) ihre Büros hatten. Berichten zufolge waren die Bewohner zuvor telefonisch aufgefordert worden, das Gebäude zu verlassen. Ein Sprecher des militärischen Hamas-Arms drohte Tel Aviv daraufhin mit einer „Antwort, die die Erde erschüttern lässt“.

          Iran sichert Hamas Unterstützung zu

          Iran versprach der Hamas seinen Rückhalt im Kampf gegen Israel. In einem Telefonat mit dem Hamas-Chef Ismail Hanija am Samstag sicherte der Kommandeur der Al-Kuds Brigade der iranischen Revolutionsgarden, General Ismaeil Ghani, uneingeschränkte Unterstützung zu, wie iranische Staatsmedien berichteten. Hanija bedankte sich seinerseits für die Unterstützung des Irans und sagte laut Nachrichtensender Al-Alam, dass der Kampf gegen Israel nicht einer der Hamas, sondern der gesamten islamischen Welt sei.

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