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Israels Corona-Politik : Wieder zurück ins Leben

Eintritt nur mit grünem Pass: Im Khan-Theater in Jerusalem. Bild: EPA

In Israel ermöglicht der „grüne Pass“ Geimpften ungeahnte Möglichkeiten wie Theaterbesuche oder Sportveranstaltungen. Doch Ausgangssperren bleiben - und eine Herdenimmunität ist nicht in Sicht.

          10 Min.

          Nach acht Monaten führte das Khan-Theater in Jerusalem wieder eine Komödie auf. Mit Maskenpflicht und einem Sitz Abstand zwischen den Besuchern. Zwei Drittel der Plätze des kleinen Saals durften besetzt werden im alten Gemäuer aus Kreuzfahrerzeit. Die Gäste mussten ihren grünen Pass vorzeigen, der am Eingang gescannt wurde. In Tel Aviv gab es ein Open-Air-Konzert, und der Sportverein Maccabi absolvierte das erste Basketballspiel vor Zuschauern, dreihundert durften in die riesige Arena. Besucher berichteten von Erleichterung und von dem sicheren Gefühl, das einem der grüne Pass gebe, zwischen Geimpften zu sitzen.

          Jochen Stahnke

          Politischer Korrespondent für Israel, die Palästinensergebiete und Jordanien mit Sitz in Tel Aviv.

          Kurz nach der Öffnung kam die Ausgangssperre. Sie gilt von halb neun Uhr an für alle, gleich ob jemand den grünen Nachweis hat oder nicht. Denn man feiert das karnevalistische Purim-Fest, die größte Party des Jahres, und die Sorge vor einem neuerlichen Anstieg der Infektionszahlen ist groß. Einerseits ist mehr als ein Drittel der Bevölkerung zweimal geimpft. Andererseits liegt die Reproduktionsrate bei 0,97. Täglich kommen rund viertausend neue Infektionen hinzu. Von denen tragen neunzig Prozent die britische Mutation, die Mediziner für schlimmere Krankheitsverläufe und für den Ausbruch der dritten Welle in Israel verantwortlich machen. Gleichzeitig gehen die schweren Infektionen aber zurück, weil neunzig Prozent der Israelis, die älter als sechzig sind, geimpft wurden. Israel öffnet und beschränkt, beschleunigt und bremst zugleich.

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