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Attacke auf Soldaten : Israelisches Militärgericht klagt sechzehnjährige Palästinenserin an

  • Aktualisiert am

Ahed Tamimi am Montag vor einem israelischen Militärgericht Bild: AFP

Israel hat Anklage gegen eine jugendliche Palästinenserin erhoben, die einen Soldaten ins Gesicht geschlagen hatte. Ahed Tamimi gilt vielen Palästinensern als eine Ikone im Kampf gegen die israelische Besatzung.

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          Eine durch mehrere Angriffe auf israelische Soldaten bekannt gewordene 16-jährige Palästinenserin ist am Montag in zwölf Punkten angeklagt worden. Ein im Westjordanland ansässiges israelisches Militärgericht verlängerte am Abend den Polizeigewahrsam für Ahed Tamimi um eine Woche, wie ihr Anwalt mitteilte. Nach Angaben der israelischen Armee wird sie unter anderem wegen Gewalt gegen Sicherheitskräfte, Steinewerfens, Bedrohung und Aufwiegelung beschuldigt.

          Die 16-Jährige wurde am 19. Dezember festgenommen, nachdem sie gemeinsam mit einer Cousine zwei israelische Soldaten vor ihrem Elternhaus im Dorf Nabi Saleh im besetzten Westjordanland attackiert hatte. Laut Staatsanwaltschaft befanden sich die Soldaten dort um zu verhindern, dass Palästinenser von dort aus israelische Autofahrer mit Steinen bewarfen.

          Ein im Internet verbreitetes Video zeigt, wie die beiden jungen Frauen die Israelis zu provozieren versuchen und mit Fußtritten und Ohrfeigen traktieren. Die schwer bewaffneten Soldaten bleiben angesichts der Attacke passiv und ziehen sich schließlich zurück, als Ahed Tamimis Mutter Nariman auf sie einredet.

          Ahed Tamimis vier Jahre ältere Cousine Nur wurde wegen des Vorfalls bereits wegen schwerer Körperverletzung und Behinderung von Soldaten im Dienst angeklagt. Auch ihre Mutter Nariman wurden wegen ihre Beteiligung an dem Vorfall sowie wegen Anstachelung zu „terroristischen Angriffen“ angeklagt.

          Die 16-jährige Ahed Tamimi gilt vielen Palästinensern als eine Ikone im Kampf gegen die israelische Besatzung des Westjordanlands. Die Jugendliche mit der auffälligen blonden Lockenmähne wurde in den vergangenen Jahren mehr als einmal handgreiflich gegenüber Israelis.

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