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Video kursiert im Netz : Israelischer Soldat schießt offenbar auf unbewaffneten Palästinenser

  • Aktualisiert am

Palästinenser fliehen während eines israelischen Tränengasangriffs im Gaza-Streifen. (Archivbild) Bild: AP

Ein Video in den sozialen Medien zeigt, wie ein israelischer Soldat auf einen Palästinenser schießt. Bei ihm soll es sich um einen Journalisten handeln. Israelische Minister reagieren nun auf den Vorfall.

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          Israelische Minister haben Soldaten verteidigt, die darüber gejubelt hatten, dass ein Palästinenser an der Grenze zum Gazastreifen niedergeschossen worden war. Videoaufnahmen von dem Vorfall kursieren in sozialen Medien und sorgte bei vielen für Empörung. Laut „Spiegel Online“ handelt es sich bei dem Mann um einen Journalisten. Ein Screenshot des Videos zeigt, dass der Mann eine Weste mit dem Aufdruck „Press“ („Presse“) trägt.

          In dem kurzen Film ist zu sehen, wie ein Soldat auf einen ruhig stehenden und offenbar unbewaffneten Mann zielt und schießt. Der Mensch fällt zu Boden und Kameraden des israelischen Schützen reagieren mit Freudenschreien. „Dieser Hurensohn“, ruft einer auf Hebräisch. Die israelische Armee teilte am Montag mit, das Video zeige offenbar einen Vorfall, der sich vor einigen Monaten ereignet habe. Man werde ihn gründlich untersuchen.

          „Ich unterstütze unsere Soldaten, die Tag und Nacht mit Hamas-Terroristen zu tun haben und ihr Leben an unserer südlichen Grenze gefährden“, schrieb Gilad Erdan, Minister für innere Sicherheit, am Dienstag auf Twitter. Der israelische Erziehungsminister Naftali Bennett sagte dem Armeesender, es könne nicht angehen, dass Leute, die in Tel Aviv sitzen, Soldaten im Feld wegen ihrer Äußerungen verurteilen. „Ich bin auf der Seite der Soldaten, wir schicken sie dorthin und es ist ihr Verdienst, dass Zehntausende Gaza-Einwohner, darunter sehr viele Terroristen, nicht nach Sderot oder Aschkelon eindringen“, sagte Bennett.

          Die israelische Menschenrechtsorganisation Betselem verurteilte „die illegalen Befehle, die Soldaten anweisen, auf Menschen zu schießen, die niemanden gefährden“. Es habe Hunderte solcher Vorfälle an der Gaza-Grenze gegeben. Der arabische Abgeordnete Aiman Auda schrieb auf Twitter, das Video sei zutiefst erschütternd. „Die Freudenrufe darüber, dass ein Leben genommen wurde und was aussieht wie eine Hinrichtung von jemandem,
          der keine Gefahr darstellte.“

          Seit Ende März sind bei dem schlimmsten Gewaltausbruch seit 2014 mindestens 32 Palästinenser getötet und mehr als 2800 verletzt worden, die meisten von ihnen durch Tränengas. Hunderte erlitten nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums bei Massenprotesten Schussverletzungen. Israels Armee betont, es werde nur entsprechend klarer Regeln geschossen, etwa auf Personen, die den Grenzzaun attackierten oder Soldaten gefährdeten.

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