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Totschlag an Palästinenser : Israelischer Soldat Elor Asaria aus Haft entlassen

  • Aktualisiert am

August 2017: Elor Asaria tritt seine Haftstrafe an. Bild: EPA

Elor Asaria hatte einen am Boden liegenden verletzten Attentäter mit einem Kopfschuss getötet und damit eine große Debatte ausgelöst. Nach fast neun Monaten Haft kommt der Soldat nun frei.

          In Israel ist der wegen Totschlags an einem Palästinenser verurteilte Soldat Elor Asaria am Dienstag vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Asaria hatte international Aufsehen und Empörung erregt, als er 2016 einen am Boden liegenden verletzten Palästinenser gezielt aus der Nähe erschossen hatte. Jetzt ist er aus dem Gefängnis entlassen worden, damit er an der Hochzeit seines Bruders teilnehmen könne, berichteten israelische Medien. Ursprünglich sollte Asarias neunmonatige Haft erst am Donnerstag enden.

          Asaria war im März 2016 als Kampfsanitäter in Hebron im Westjordanland eingesetzt, als er einen am Boden liegenden palästinensischen Attentäter mit einem Kopfschuss tötete. Er handelte, so entschied später ein Gericht, aus Rache für die Verletzung seines Kameraden und „ohne Not“. Ein Mitarbeiter der israelischen Menschenrechtsorganisation Betselem filmte den Vorfall.

          Die Tat hatte auch in Israel eine heftige Kontroverse ausgelöst und die Gesellschaft gespalten. Eine Zweidrittelmehrheit der Israelis äußerte im August 2016 in einer Umfrage Verständnis für die Tat und rechtfertigte sie als „Selbstverteidigung“. Jedoch ging von dem Palästinenser zum Tatzeitpunkt keine Gefahr mehr aus. In rechten Kreisen wurde Asaria als Held gefeiert. Die konservative Zeitung „Makor Rischon“ wählte ihn sogar zum „Mann des Jahres“ 2016. Die andere Seite in der Debatte verwies auf die hohen selbst gesetzten moralischen Standards der Armee und ihren ethischen Kodex, bekannt als „Reinheit der Waffen“.

          Asaria war anfangs zu 18 Monaten Haft verurteilt worden, die Strafe wurde jedoch zweimal verkürzt. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte sich mehrmals, zuerst schon am Tag der Urteilsverkündung, für eine Begnadigung Asarias ausgesprochen. Israels Präsident Reuven Rivlin hatte eine Begnadigung jedoch abgelehnt. Asaria hat nie Reue für seine Tat geäußert.

          Am Dienstag äußerte sich der israelische Erziehungsminister Naftali Bennett erfreut über die Freilassung des Soldaten. „Elor, wie gut, dass Du nach Hause gekommen bist!“, twitterte der Vorsitzende der ultra-rechten Siedlerpartei. Ministerpräsident Netanjahu sagte vor seiner Abreise nach Zypern, er sei froh, dass die Angelegenheit beendet sei.

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