https://www.faz.net/-gpf-a03id

Siedler gegen Trump : „Ein Plan, der die Existenz Israels gefährdet“

Palästinenser demonstrieren in Nablus gegen israelische Annexionspläne. Bild: AFP

Einen Monat vor der geplanten Annexion von Teilen des Westjordanlandes kommt von ungewohnter Seite Kritik auf. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu weist sie zurück – und wartet auf Landkarten.

          3 Min.

          Eines haben nahezu sämtliche Staaten der Erde, der palästinensische Präsident und der Vorsitzende des Siedler-Dachverbands in den besetzten Gebieten gemeinsam: Sie lehnen den amerikanischen Nahost-Plan ab. „Der Deal des Jahrhunderts“ zeige, dass Donald Trump „kein Freund Israels ist“, sagte David Elhajani, Chef des Jescha-Rats, und legte am Donnerstag nach: Trump „präsentiert einen Plan, der die Existenz Israels gefährdet“. Die jüdischen Siedler sind gespalten. Ein Lager drängt darauf, die Gelegenheit zu nutzen, welche Trumps Präsidentschaft bietet, und will alsbald jene Gebiete im Westjordanland annektieren, die der Nahost-Plan Israel zuschlägt.

          Jochen Stahnke
          Politischer Korrespondent für Israel, die Palästinensergebiete und Jordanien mit Sitz in Tel Aviv.

          Das andere um Elhajani lehnt eine „Zweistaatenlösung“ ab, die im Trump-Plan Dutzende Male erwähnt ist, wenn auch den Palästinensern darin wesentliche Eigenschaften einer Staatlichkeit faktisch nicht zugestanden werden. Zudem blickt Elhajani auf 19 israelische Siedlungen tief im palästinensischen Hinterland, in denen zwanzigtausend Siedler leben und die im Trump-Plan dauerhaft Enklaven bleiben und sich nicht weiter ausdehnen sollen. „Es ist alles unseres“ lautet das Motto der neuesten Siedlerkampagne, die sich gegen jede palästinensische Selbstbestimmung im Westjordanland richtet und die nach dem Willen der Initiatoren auch in Washington plakatiert werden soll.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Wer traut sich schon, vor Autos herzuradeln? Das ist in dieser Straße in Frankfurt aber so gedacht, Fahrräder und Autos teilen sich die Spur und Autos dürfen Räder nicht überholen. Was Verkehrsteilnehmer hier für einen Radweg halten, ist die „Dooring Zone“ des Parkstreifens.

          Psychologie der Straße : Warum die Verkehrswende scheitert

          Warum tun wir uns so schwer, den Autoverkehr in seine Schranken zu weisen? An fehlenden Befunden der Verkehrswissenschaft liegt es jedenfalls nicht. Die Antworten liefern Psychologen.
          Der Rechtsstreit geht in die nächste Runde: Maike Kohl-Richter fordert als Alleinerbin mindestens fünf Millionen Euro

          F.A.Z. Frühdenker : Millionenstreit um Entschädigung für die Kohl-Witwe

          Die Pandemie scheint immer mehr zur Pandemie der Ungeimpften zu werden. Der Bundesgerichtshof verhandelt mal wieder in der Sache Familie Kohl gegen Autor Schwan. Und das Jugendwort des Jahres 2021 wird verkündet. Der F.A.Z.-Newsletter für Deutschland.
          Forschung im Unterdruck-Labor: Viren werden in einer Nährlösung zur Vermehrung angeregt.

          Versuche mit dem Coronavirus : Außer Kontrolle

          Forscher haben am Wuhan-Institut mit amerikanischem Geld gefährliche Coronavirus-Experimente vorgenommen. Die „Gain-of-Function-Forschung“ muss dringend in ihre Schranken verwiesen werden. Ein Gastkommentar.