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Nach Waffenruhe in Nahost : Israelische Politiker drohen der Hamas künftig mit härterer Reaktion

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Aufräumarbeiten in Gaza: Kinder beseitigen am 23. Mai Schutt aus einem Haus, das durch einen israelischen Luftangriff beschädigt wurde. Bild: AP

Israelische Regierungsmitglieder kündigen der Hamas bei künftigen Angriffen aus dem Gazastreifen härtere Gegenmaßnahmen an. Dazu gehöre auch die gezielte Tötung ihrer Führer.

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          Israelische Minister haben nach der Waffenruhe im Gaza-Konflikt bekräftigt, dass Israel künftig auf jeden Angriff aus dem Palästinensergebiet deutlich härter reagieren werde als zuvor. Finanzminister Israel Katz von der rechtskonservativen Regierungspartei Likud sagte dem Radiosender 103FM am Sonntag: „Für jeden Angriff auf den Süden muss es gezielte Tötungen von Hamas-Führern geben und Feuer auf Hamas-Ziele.“

          Israel habe bisher aus Sorge vor einem Krieg immer vermieden, den ersten Schritt zu unternehmen. Dies werde sich nun ändern, sagte Katz. Jahja Sinwar, Chef der islamistischen Hamas im Gazastreifen, werde für jeglichen Angriff „mit seinem Kopf bezahlen“.

          Netanjahu sieht „neue Spielregeln“ gegenüber der Hamas

          Der israelische Siedlungsminister Zachi Hanegbi, ebenfalls vom Likud, ging im Gespräch mit dem TV-Sender Kanal 13 am Samstag noch weiter: „Wir dürfen nicht auf Raketenangriffe warten.“ Auch eine neue Aufrüstung der Hamas mit Raketen wäre aus seiner Sicht ein Grund für Israel, einen Angriff zu initiieren. Er sprach von einer „totalen Veränderung der Gleichung“ gegenüber der islamistischen Organisation. „Wir haben das nie getan, jetzt ist es an der Zeit, es zu tun.“

          Auch der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte nach Inkrafttreten der Waffenruhe in der Nacht zum Freitag von „neuen Spielregeln“ gegenüber der Hamas gesprochen. Israel werde auf neue Raketenangriffe aus dem Gazastreifen in aller Härte reagieren, warnte er.

          Unter Vermittlung Ägyptens hatten sich Israel und die im Gazastreifen herrschende Hamas nach elf Tagen auf eine Waffenruhe verständigt. Nach Angaben der israelischen Armee hatten militante Palästinenser während des Waffengangs mehr als 4360 Raketen auf Israel abgefeuert. 680 davon seien im Gazastreifen selbst eingeschlagen. Bei den Angriffen seien in Israel 13 Menschen getötet worden. Die israelische Armee habe mehr als 1500 Ziele in dem Küstenstreifen beschossen.

          Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden 248 Palästinenser getötet, mehr als ein Viertel von ihnen Minderjährige. Israels Armee spricht dagegen von mehr als 200 getöteten militanten Palästinensern im Gazastreifen.

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