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Gewalt eskaliert : Israelische Luftwaffe greift Ziele im Gazastreifen an

  • Aktualisiert am

Israels Raketenabwehrsystem fängt Geschosse aus dem Gazastreifen ab. Bild: Reuters

Im Gazastreifen eskaliert die Gewalt wieder. Bei Protesten kommen mehrere Demonstranten zu Tode. Aus dem Palästinensergebiet werden Raketen Richtung Israel abgefeuert – das Land reagiert umgehend.

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          Nach dem Tod mehrerer Demonstranten bei Protesten im Gazastreifen sind mehr als ein Dutzend Raketen aus dem Palästinensergebiet auf Israel abgefeuert worden. Mindestens 14 Geschosse seien in der Nacht zum Samstag auf israelisches Gebiet abgeschossen worden, teilte die Armee mit. Zehn von ihnen seien in der Luft abgefangen worden. In anderen Berichten ist von 30 Geschossen die Rede.

          Israelischen Medien zufolge erlitten sieben Zivilisten einen Schock. Als Reaktion auf den Raketenbeschuss griffen israelische Hubschrauber und Kampfjets nach Armeeangaben Stellungen der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen an. Sie beschossen rund 80 Ziele in dem Küstenstreifen. Berichte über Verletzte oder Tote lange zunächst nicht vor.

          Bei neuen Protesten im Gazastreifen waren zuvor fünf Palästinenser getötet worden. Israelische Soldaten erschossen nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza vier Demonstranten im Alter zwischen 22 und 27 Jahren bei verschiedenen Vorfällen an der Grenze zu Israel. Ein fünfter Mann kam demnach ums Leben, als versehentlich eine Handgranate in seiner Hand explodierte.

          Nach Angaben der israelischen Armee hatten sich etwa 16.000 „Demonstranten und Randalierer“ an der Grenze versammelt. Diese hätten Reifen angezündet und Sprengsätze in Richtung der Soldaten geworfen.

          Der neuerliche Gewaltausbruch gefährdet die Vermittlungsbemühungen der UNO und der ägyptischen Regierung, durch die eine weitere Eskalation des Konflikts zwischen Israel und der Hamas verhindert werden soll.

          Seit Ende März gibt es an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel regelmäßig Zusammenstöße zwischen Palästinensern und der israelischen Armee, insbesondere freitags. Mindestens 212 Palästinenser und ein israelischer Soldat wurden seitdem getötet.

          Die Demonstranten fordern die Aufhebung der von Israel vor mehr als zehn Jahren verhängten Blockade des Gazastreifens. Außerdem beanspruchen sie das Recht auf Rückkehr von Palästinensern auf ihr Land, das sie bei der Gründung des Staates Israel 1948 aufgrund von Vertreibung oder Flucht verlassen mussten.

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