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Israel : Wieder Tote und Verletzte im Grenzgebiet zu Ägypten

Bild: reuters

Nach der Serie von Anschlägen im Süden Israels sind am Freitag bei Raketenangriffen aus dem Gazastreifen mehrere Israelis verletzt worden. Auch die israelische Armee griff wieder Ziele im Gazastreifen an.

          Nach der Serie von Anschlägen im Süden Israels sind am Freitag bei Raketenangriffen aus dem Gazastreifen mehrere Israelis verletzt worden. An der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Ägypten bei Rafah zündete ein Selbstmordattentäter seinen Sprengstoffgürtel und tötete nach unbestätigten Berichten mehrere ägyptische Soldaten. In der israelischen Hafenstadt Aschdod schlug ein Geschoss im Hof einer jüdischen Religionsschule ein und verletzte zehn Personen. Zuvor hatte eine Rakete eine benachbarte Synagoge getroffen. Insgesamt feuerten Terrorgruppen aus Gaza etwa ein Dutzend Grad- und Katjuscha-Raketen auf israelisches Gebiet ab, nachdem die israelische Luftwaffe am Donnerstagabend bei Vergeltungsangriffen im Gazastreifen sieben Palästinenser getötet hatte. Auch am Freitag griff die israelische Armee Ziele im Gazastreifen an.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Regierung und Armeeführung bezichtigen die sogenannten „Volkswiderstandskomitees“ in Gaza, die Terroranschläge am Donnerstag bei Eilat geplant und ausgeführt zu haben; dabei waren acht Israelis getötet worden. Die Luftangriffe hätten der Führung der Terrorgruppe gegolten, von der nach israelischen Angaben mindestens drei Mitglieder getötet wurden; aus Gaza wurde auch der Tod von zwei Kindern gemeldet. Nach den Erkenntnissen des israelischen Militärs hatten die „Volkswiderstandskomitees“ 15 bis 20 bewaffnete Mitglieder durch Schmuggeltunnels aus dem Gazastreifen auf die ägyptische Sinai-Halbinsel geschickt. Ihr Ziel sei es eigentlich gewesen, einen israelischen Soldaten oder Zivilisten zu entführen, hieß es am Freitag in der israelischen Presse.

          Razzia auf dem Sinai

          Die israelische Armee hatte vor den Attentaten Warnungen erhalten und versucht, sich entsprechend vorzubereiten. Auch die ägyptische Armee hatte am Wochenende mit Hunderten zusätzlicher Soldaten mit einer Razzia auf dem Sinai begonnen. Die israelischen Sicherheitskräfte hatten jedoch offenbar nicht damit gerechnet, dass die Angreifer mitten am Tag in der Nähe eines ägyptischen Armeeposten die - kaum gesicherte - Grenze überquerten. Auch die ägyptische Armee beteiligte sich an der Jagd auf die Terroristen. Ägyptische Soldaten, die ebenfalls Verluste zu beklagen hatten, erschossen nach Angaben aus Kairo zwei der Attentäter. Am Donnerstag hatte der Gouverneur des südlichen Sinai noch bestritten, dass die Täter aus dem Sinai gekommen seien.

          In Israel werden nun die Forderungen laut, so schnell wie möglich den Grenzzaun an der ägyptischen Grenze auszubauen. Ungewiss war am Freitag, ob im Gazastreifen eine neue Eskalation droht. Nach Aussagen eines israelischen Militärsprechers hängt das von der in Gaza herrschenden Hamas ab. Man behalte sich „alle Optionen“ offen, einschließlich einer Bodenoffensive. Bislang beteiligte sich die Hamas nicht an den Raketenangriffen und spielte nach dem bisherigen Kenntnisstand auch keine Rolle bei den Terroranschlägen im Süden.

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