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Israel : Wenn das Auto zur Terrorwaffe wird

Im Dezember 2015 rammte ein Palästinenser sein Auto in eine Bushaltestelle in Jerusalem und verletzte elf Menschen, bevor er getötet wurde. Bild: dpa

In Israel kennt man Terrorangriffe mit Fahrzeugen. Immer wieder benutzen Palästinenser Autos als Waffe. Das Land hat erste Schritte unternommen, um sich davor zu schützen.

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          Betonblöcke und massive Metallabsperrungen am Straßenrand – in Israel versucht man schon längere Zeit, sich so vor Terroristen zu schützen, die ihre Fahrzeuge als Waffe einsetzen: Seit dem Herbst 2014 setzen palästinensische Angreifer in Jerusalem und im Westjordanland immer öfter ihre Autos ein, um Israelis am Straßenrand zu töten und zu verletzten.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Zuletzt raste eine palästinensische Frau Anfang Juli mit ihrem Auto in der Nähe von Hebron in das Fahrzeug eines israelischen Ehepaares. In den vergangenen zwei Jahren gab es mehr als ein Dutzend ähnlicher Terroranschläge – zum Teil mitten in Jerusalem. Zwei Mal innerhalb von nur zwei Wochen traf es Straßenbahnhaltestellen an der wichtigsten Straße, die an der Grenze zwischen dem arabischen Osten und dem jüdischen Westen der Stadt verläuft. Beim ersten Mal wurden ein drei Monate altes Mädchen und eine junge Frau getötet; der palästinensische Fahrer wurde erschossen.

          Seitdem werden immer mehr Haltestellen in Jerusalem und Kontrollpunkte der Armee im Westjordanland mit Absperrungen aus Beton oder Stahl gesichert, um zu verhindern, dass Autos Passanten anfahren können. Zudem patrouillieren an den Haltestellen sowie in Zügen und Bussen Sicherheitsleute, die mit Maschinenpistolen bewaffnet sind.

          „Der Tod ist mein Recht“

          Parallel zu den Angriffen mit Autos nehmen in Israel auch die Attacken mit Messern und Scheren zu. Diese Entwicklung beunruhigt die israelischen Sicherheitskräfte, denn sie tun sich schwer, mögliche Täter rechtzeitig zu finden und aufzuhalten. Anders als beim Einsatz von Bomben oder Schusswaffen kann jeder in die Küchenschublade greifen oder sich ans Steuer eines Autos setzen. Ähnlich wie möglicherweise jetzt auch in Nizza tauchen in Israel und den Palästinensergebieten immer mehr Attentäter auf, die formell keiner Terrorgruppe angehören, aber im Internet durch Ideen der Terrormiliz „Islamischer Staat“ radikalisiert worden waren. Das macht es der Polizei schwer, auf sie aufmerksam zu werden und präventiv einzugreifen.

          Israelische Geheimdienste und die Armee überwachen deshalb seit einiger Zeit intensiv einschlägige Seiten im Internet. Dort wurde man auf Palästinenser aufmerksam, die sich durch radikale Äußerungen hervortaten und den Eindruck erweckten, dass sie Anschläge planten. Israelische und palästinensische Sicherheitskräfte schritten dann ein und konnten einige von ihnen rechtzeitig stoppen. Das gelingt aber nicht immer. Der junge Palästinenser, der vor kurzem in der Siedlung Kirjat Arba ein 13 Jahre altes israelisches Mädchen in seinem Bett erstach, hatte auf seiner Facebook-Seite immer wieder den Wunsch geäußert, zu sterben. „Der Tod ist mein Recht“, schrieb er und bekundete seine Bewunderung für palästinensische Attentäter. Diese Äußerungen entdeckte man jedoch erst nach dem Attentat, bei dem der Täter erschossen wurde.

          Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bot Frankreich am Freitag Unterstützung an. „Israel ist bereit, der französischen Regierung dabei zu helfen, dieses Übel zu bekämpfen, bis es besiegt ist“, sagte Netanjahu.

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