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Israel und Libanon : „Unifil hat nicht genug getan“

Am Ort der Gefechte im Grenzgebiert zwischen Libanon und Israel sind Unifil-Truppen aufgefahren. Bild: AFP

Israel hat der UN-Schutztruppe Unifil vorgehalten, das Gefecht an der Grenze zu Libanon zugelassen zu haben. Der Zwischenfall sei eine „voraus geplante Armeeoperation“ der Libanesen gewesen. Das Weiße Haus teilte mit, die Schüsse seien vollkommen ungerechtfertigt gewesen.

          Israelische Militärs und Politiker haben den UN-Soldaten an der UN-Grenze vorgehalten, nicht genug getan zu haben, um das Feuergefecht am Dienstag zu stoppen. Die libanesischen Soldaten hätten hinter den Soldaten der UN-Mission Unifil und Zivilisten gestanden, als sie auf die israelischen Soldaten schossen, sagte ein israelischer Offizier, der an der Grenze im Einsatz war, der Zeitung „Haaretz“.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Bei dem Zwischenfall wurden ein israelischer Offizier, zwei libanesische Soldaten und ein libanesischer Journalist getötet. Es handelt sich um den schwersten Grenzzwischenfall seit dem Krieg im Jahr 2006.

          Es sei keine Aktion eines einzelnen libanesischen Soldaten oder Kommandeurs gewesen, sondern eine „voraus geplante Armeeoperation“. Auch der frühere israelische Verteidigungsminister Mofaz warf Unifil Versagen vor. In Israel hatte besonders ein Foto zu der Kritik Anlass gegeben, das Unifil-Vertreter neben libanesischen Soldaten zeigte. Statt die Libanesen aufzuhalten, sollen sie die Israelis aufgefordert haben, ihre Baumfällarbeiten einzustellen. Nach israelischen Informationen handelte es sich um eine indonesische Unifil-Einheit.

          Netanjahu: auf jeden Angriff „aggressiv“ reagieren

          Nachdem Unifil mitgeteilt hatte, dass sich die israelischen Soldaten auf israelischem Gebiet befunden hätten, bezeichnete das amerikanische Außenministerium die Schüsse der libanesischen Soldaten als „vollkommen ungerechtfertigt“. Sie seien „absichtlich“ abgefeuert worden, sagte ein Sprecher in Washington. Unterdessen bekräftigte der israelische Ministerpräsident Netanjahu, dass Israel auf jeden Angriff „aggressiv“ reagieren werde.

          Er warnte in einer Fernsehansprache die libanesische Regierung und die Hamas davor, die Entschlossenheit Israels auf die Probe zu stellen. Zugleich hielt er der Hamas vor, am Montag Eilat und Aqaba mit Raketen beschossen zu haben. Israelische Ermittlungen hätten das „ohne jeden Zweifel“ ergeben“. Bei dem Angriff war am Montag ein Jordanier getötet worden. Auch in Ägypten waren bewaffnete Palästinenser bezichtigt worden.

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