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Israel und die Palästinenser : Dolchstoß oder Durchbruch?

Ein Palästinenser protestiert Ende Juli nahe der Stadt Hares gegen Israels Annexionspläne in der Westbank Bild: EPA

Die Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und den Emiraten ist für die Palästinenser keine gute Nachricht. Denn auch wenn alle anderen Akteure mit dem Status quo der Besatzung leben können: Für sie gilt das noch lange nicht.

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          Über die Palästinenser gibt es im Grunde zwei Erzählungen. Die eine lautet, sie seien Meister darin, für sie günstige oder zumindest annehmbare Kompromisse zurückzuweisen – sie hätten „nie eine Gelegenheit verpasst, eine Gelegenheit zu verpassen“, wie es fast schon sprichwörtlich heißt. Erst hätten sie sich dem Zusammenleben mit den zionistischen Einwanderern verweigert, dann sich 1947 dem UN-Plan zur Gründung zweier Staaten widersetzt, später in Camp David gemauert und auch seither viele gute Angebote ausgeschlagen.

          Die andere Erzählung geht umgekehrt. Ihr zufolge sind die Palästinenser im Laufe der vergangenen hundert Jahre immer wieder verraten und alleingelassen worden wie sonst nur die Kurden: Erst von den Franzosen und Briten, die den Nahen Osten 1916 unter sich aufteilten und dann auch noch einen Teil Palästinas den Juden versprachen. Sodann von der Weltgemeinschaft, die deren unerwünschte Besiedlung mit einem Staat belohnte. Später von Ägypten, dann von Bill Clinton. Und jetzt von den Vereinigten Arabischen Emiraten?

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