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Auf Vermittlung Amerikas : Israel und der Libanon wollen verhandeln

Nach langen Streitigkeiten kehren Israel und der Libanon jetzt zurück an den Verhandlungstisch – auf Zutun der Vereinigten Staaten. Bild: dpa

Beide Seiten haben sich auf Gespräche zur Beilegung des Streits über die gemeinsame Seegrenze geeinigt. Es könnten die ersten diplomatischen Verhandlungen seit drei Jahrzehnten werden.

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          Israel und der Libanon haben sich unter amerikanischer Vermittlung auf den Beginn von Verhandlungen zur Festlegung der gemeinsamen Seegrenze geeinigt. Dies teilten beide Seiten in getrennten Verlautbarungen am Donnerstag mit. Es soll sich dabei um die ersten direkten Verhandlungen auf diplomatischer Ebene zwischen Israel und dem Libanon seit drei Jahrzehnten handeln, die sich seit 1948 im Kriegszustand befinden.

          Christoph Ehrhardt

          Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.

          Jochen Stahnke

          Politischer Korrespondent für Israel, die Palästinensergebiete und Jordanien mit Sitz in Tel Aviv.

          Das amerikanische Außenministerium bezeichnete die Erklärung als „historisch“. Die Gespräche sollen Mitte Oktober beginnen und unter Vermittlung der Vereinigten Staaten sowie unter Beobachtung der UN im Süden des Libanons stattfinden. Die libanesische Führung hatte zunächst verlangt, dass die Verhandlungen unter UN-Vermittlung stattfinden.

          Die amerikanische Regierung hat schon seit einiger Zeit auf direkte Verhandlungen zwischen beiden Staaten gedrängt und zuletzt darauf, dass diese noch vor der amerikanischen Wahl im November beginnen. Schon im vergangenen Jahr waren beide Seiten kurz davor gewesen, offiziell miteinander zu verhandeln. Doch vor allem die von Iran unterstützte schiitische Miliz Hizbullah hatte dies verhindert. Die durch Corona und nicht zuletzt durch die Explosion im Beiruter Hafen verschärfte Wirtschaftskrise im Libanon soll die Bemühungen um eine Lösung verstärkt haben.

          Der mit der Hizbullah verbündete libanesische Parlamentspräsident Nabi Berri betonte, es handle sich um eine Übereinkunft über einen Verhandlungsrahmen. Dies deutete darauf hin, dass es über Inhalte zunächst keine Einigung gab. Berri sagte auch, er habe den französischen Präsidenten Emmanuel Macron gebeten, das Energieunternehmen Total aufzufordern, die Erdgas-Exploration in der Region entlang der umstrittenen Seegrenze nicht weiter aufzuschieben. Die Führung des hochverschuldeten Libanon hat ein großes Interesse an einer Lösung, die den Weg für neue Einnahmen ebnen könnte. Auf amerikanischer Seite ist außerdem das Energieunternehmen Exxon Mobile in der Region aktiv.

          Ein Hintergrund der Frage um die Demarkation der Seegrenze sind die Gasfunde der vergangenen Jahre im Mittelmeer. Auf israelischer Seite soll deshalb Energieminister Juval Steinitz die Gespräche führen. „Unser Ziel ist es, den Streit über die Demarkation des Hoheitsgewässer zwischen Israel und dem Libanon zu beenden, um die Entwicklung der Rohstoffvorkommen zugunsten aller Völker in der Region zu fördern“, teilte Steinitz mit.

          Aus israelischer Sicht gilt die diplomatische Annäherung als Gewinn, während die möglichen Gasvorkommen in dem umstrittenen Gebiet nicht ausschlaggebend sind. Berichten zufolge soll Israel zugestimmt haben, das fragliche Seegebiet in einem Verhältnis von 58 zu 42 zugunsten des Libanons aufzuteilen.

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