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Israel : Tote bei Schusswechsel im Gazastreifen

  • Aktualisiert am

Israelische Soldaten Bild: AP

Bei Gefechten im südlichen Gazastreifen sind sieben Menschen getötet worden. Wegen der eskalierenden Gewalt verkürzt Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu seinen Besuch in Paris.

          Bei Schussewechseln im südlichen Gazastreifen sind am Sonntag mindestens sieben Menschen getötet worden. Unter den sechs Toten der Palalästinenser war auch ein örtlicher Kommandeur des militärischen Flügels der in dem Küstenstreifen herrschenden islamistischen Hamas, wie das Gesundheitsministerium in Gaza bestätigte. Auch ein israelischer Soldat wurde getötet, teilte die Armee mit.

          Der Vorfall nährte die Sorge vor einer neuen größeren Eskalation zwischen Israel und der Hamas. Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten teilte mit, Benjamin Netanjahu habe angesichts der Sicherheitslage im Süden Israels einen Besuch in Frankreich verkürzt. Er wolle noch in der Nacht zurück nach Israel fliegen.

          Ein Sprecher des militärischen Hamas-Arms, der Kassam-Brigaden, teilte Journalisten am Sonntagabend mit, eine israelische Spezialeinheit sei in einem zivilen Fahrzeug drei Kilometer weit in den Gazastreifen vorgedrungen. Die Einheit habe bei Chan Junis den 37-jährigen Hamas-Kommandeur Nur Baraka getötet. Daraufhin sei es zu einem heftigen Schusswechsel mit militanten Kämpfern gekommen.

          Anschließend hätten israelische Kampfjets die Gegend beschossen, um den Soldaten den Rückzug zu ermöglichen. Bei den Luftangriffen seien fünf Hamas-Kämpfer getötet worden. Mehrere Palästinenser seien außerdem verletzt worden. Zunächst hatte es geheißen, es sei auch ein Zivilist ums Leben gekommen.

          Der getötete Kommandeur galt nach palästinensischen Angaben als verantwortlich für das Graben von Tunneln, Raketenangriffe auf Israel sowie Angriffe auf israelische Soldaten.

          Die israelische Armee teilte mit, es sei während eines Einsatzes im Gazastreifen zu einem Schusswechsel gekommen.

          Nach den Angriffen im Gazastreifen wurde in israelischen Grenzorten Raketenalarm ausgelöst. Nach Angaben der israelischen Armee fing die Raketenabwehr Iron Dome (Eisenkuppel) zwei Geschosse ab.

          Seit März sind bei teilweise gewaltsamen Protesten an der Gaza-Grenze nach Angaben des Hamas-Gesundheitsministeriums mehr als 220 Palästinenser getötet worden. Die Demonstranten fordern eine Aufhebung der seit mehr als einem Jahrzehnt herrschenden Gaza-Blockade sowie eine Rückkehr palästinensischer Flüchtlinge in Gebiete, die heute zu Israel gehören.

          Im Gazastreifen leben mehr als zwei Millionen Menschen. Es mangelt unter anderem an Trinkwasser und Elektrizität. Die im Gazastreifen herrschende Hamas wird von Amerika, der EU und Israel als Terrororganisation eingestuft.

          Ägypten bemühte sich zuletzt intensiv um eine Beruhigung der Lage. Am Donnerstag hatte Israel es Gesandten aus Katar nach Medienberichten erlaubt, Koffer mit Bargeld in Höhe von 15 Millionen Dollar (13 Millionen Euro) in den Gazastreifen zu bringen. Dies sollte der Hamas unter anderem ermöglichen, ausstehende Gehälter seiner Angestellten im Gazastreifen zu zahlen.

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