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Israel : Soldat Azaria für Kopfschuss schuldig gesprochen

  • Aktualisiert am

Ein Militärgericht hat den israelischen Soldaten Elor Azaria schuldig gesprochen. Sein Vater küsst ihm Im Gerichtssaal den Kopf. Bild: Reuters

Ein Militärgericht hat den israelischen Soldaten Elor Azaria wegen Totschlags verurteilt. Er hatte einen am Boden liegenden Attentäter mit einem Kopfschuss getötet. Der Fall wühlt das ganze Land auf.

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          Nach dem tödlichen Kopfschuss auf einen verletzten palästinensischen Attentäter ist der israelische Soldat Elor Azaria wegen Totschlags verurteilt worden. Das gab das zuständige israelische Militärgericht in Tel Aviv am Mittwoch bekannt. Die Verkündung des Strafmaßes wird innerhalb eines Monats erwartet. Azaria drohen bis zu zwanzig Jahre Haft.

          Der Fall ist in Israel hochumstritten und spaltet die Gesellschaft. Auch am Tag der Urteilsverkündung demonstrierten vor dem Militärhauptquartier in Tel Aviv mehrere hundert Menschen für die Freilassung des Soldaten und blockierten zeitweise eine Straße. Zwei Personen wurden festgenommen. Ultrarechte Politiker wollen sich für die umgehende Begnadigung Azarias einsetzen.

          Der Vorfall hatte sich am 24. März vergangenen Jahres in Hebron ereignet. Damals hatten zwei Palästinenser an einer Kreuzung auf einen israelischen Soldaten eingestochen. Sie wurden umgehend angeschossen und kampfunfähig gemacht. Der Soldat überlebte den Angriff. Während Sanitäter ihn medizinisch versorgten, ging der damals 18 Jahre alte Militärsanitäter Azarias zu einem der beiden Attentäter, der bereits eine Zeitlang verletzt am Boden lag, und erschoss ihn aus nächster Nähe. Der Vorfall, von dem die Menschenrechtsorganisation Betselem ein Video veröffentlichte, löste in Israel für eine heftige Kontroverse über das ethisch korrekte Verhalten seiner Soldaten aus. Während viele in Azaria einen Helden sehen, ist er für andere ein Mörder.

          Azarias Anwalt erklärte, sein Mandant habe von einem Recht auf Selbstverteidigung Gebrauch gemacht. Das Gericht urteilte nun jedoch, der Angeklagte habe entgegen seinen Befehlen gehandelt und den Mann „unnötigerweise“ erschossen. Der bereits am Boden liegende Attentäter habe keine Gefahr mehr dargestellt. Die Verteidigung habe zudem im Laufe des Verfahrens widersprüchliche Aussagen gemacht, hielt das Gericht fest: Einerseits habe sie behauptet, der Terrorist hätte sich bewegt und deshalb noch eine Gefahr dargestellt. Andererseits habe sie auch gesagt, der Mann sei bereits tot gewesen, als Azarias auf ihn geschossen habe. Mithin habe er ihn nicht getötet.

          Das Gericht glaubte vielmehr einem Zeugen, einem mit dem Angeklagten befreundeten Soldaten, und maß seiner Aussage großes Gewicht bei. Ihm soll Elor gesagt haben, wie es sein könne, dass sein Freund (der Soldat, der Ziel des Messeranschlags war) abgestochen wurde und der Terrorist noch lebe. Der Angreifer verdiene es zu sterben.

          Der Soldat Elor Azaria wartet auf die Urteilsverkündung. Er wird von seiner Mutter und seinem Vater begleitet.
          Der Soldat Elor Azaria wartet auf die Urteilsverkündung. Er wird von seiner Mutter und seinem Vater begleitet. : Bild: LEVINE/POOL/EPA/REX/Shutterstock

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