https://www.faz.net/-gpf-99lqb

Israel sieht wichtiges Signal : Atom-Vereinbarung in Korea stärkt Trump gegenüber Iran

  • Aktualisiert am

Modifizierte Kurzstreckenrakete vom Typ Shahab 1 in einer unbekannten Region Irans. Bild: dpa

Laut Israels Geheimdienstminister hängen die Nuklearentwicklung in Iran und in Nordkorea zusammen. Die Regierung hofft, dass Trump das Atomabkommen mit Teheran nun neu verhandeln kann.

          Israel wertet die Vereinbarung zur Abschaffung der Atomwaffen in Korea als wichtiges Signal für den Nahen Osten. Geheimdienstminister Israel Katz sieht den amerikanischen Präsidenten Donald Trump gestärkt im Bemühen, das Atomabkommen mit Iran neu zu verhandeln. „Er wird jetzt mehr Macht gegenüber Iran haben und vielleicht die Europäische Union davon überzeugen, nicht das schwache Glied in der Koalition zu sein“, sagte Katz.

          Israels Geheimdienst- und Verkehrsminister Israel Katz

          Trump lehnt das 2015 vereinbarte Atomabkommen mit Iran ab und will bis zum 12. Mai entscheiden, ob sich die Vereinigten Staaten daraus zurückziehen und wieder Sanktionen verhängen. Die anderen Unterzeichnerstaaten – Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland sowie Iran selbst – wollen hingegen an dem Vertrag festhalten, der von Israel heftig kritisiert wird. Sowohl Frankreichs Präsident Emmanuel Macron als auch Bundeskanzlerin Angela Merkel haben im Gespräch mit Trump dafür geworben, das Atomabkommen nicht platzen zu lassen. Macron dämpfte allerdings alle Hoffnungen. „Es scheint, als würde er (Trump) nicht wirklich alles tun, um das Abkommen zu retten“, sagte Macron am Mittwoch in Washington.

          Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un und der südkoreanische Präsident Moon Jae-in vereinbarten bei ihrem symbolträchtigen Treffen am Freitag, den seit mehr als sechs Jahrzehnten geltenden Kriegszustand noch dieses Jahr zu beenden und die geteilte Halbinsel schrittweise von Atomwaffen zu befreien.

          Katz sagte dazu: „Ich halte es für sehr gut, wenn die Nordkoreaner aus dem Nukleargeschäft aussteigen. Es wird auch für unsere Region gut sein, denn es gibt hier eine Verbindung.“ Seinen Angaben zufolge besteht zwischen Iran und Nordkorea eine Kooperation bei der Entwicklung von Raketentechnologie. Näher wollte sich Katz dazu nicht äußern. „Wir haben eine Menge von Beweisen“, sagte er lediglich.

          Unterdessen empfahl Iran Nord- und Südkorea, den amerikanischen Präsidenten Donald Trump aus ihrer geplanten Aussöhnung herauszuhalten. „Die amerikanische Regierung hat beim Atomabkommen (mit Iran) bewiesen, dass sie sich nicht an internationale Abkommen hält und daher auch nicht vertrauenswürdig ist“, sagte Außenamtssprecher Bahram Ghassemi am Samstag. Die nächsten Schritte sollten deshalb innerkoreanisch bleiben.

          Ghassemi begrüßte das historische Gipfeltreffen in Korea als wichtigen Schritt in Richtung Weltfrieden. „Das Treffen öffnete ein neues Kapitel der Entspannungspolitik in der Welt“, sagte Ghassemi.

          Die politischen Führer Nord- und Südkoreas hatten am Freitag im südkoreanischen Panmunjom einen Friedensschluss vereinbart. Demnach soll das seit dem Ende des Koreakrieges vor 65 Jahren gültige Waffenstillstandsabkommen noch in diesem Jahr durch einen Friedensvertrag ersetzt werden. Nordkoreas Machthaber Kim sagte auch einen vollständigen Abbau seinen Atomwaffenprogramms zu, nannte aber keine Details, wie und vor allem bis wann das geschehen soll und welche Gegenleistungen er dafür erwartet.

          Weitere Themen

          Trump: Teheran will ein Treffen

          Amerika und Iran : Trump: Teheran will ein Treffen

          Der amerikanische Präsident bestätigt, dass über ein Treffen mit dem iranischen Präsidenten Hassan Rohani in New York nachgedacht wird. Das Außenministerium beschuldigt Teheran derweil, Öl nach Syrien geliefert zu haben.

          Zehntausende trotzen Demo-Verbot Video-Seite öffnen

          Hongkong : Zehntausende trotzen Demo-Verbot

          In Hongkong sind erneut zehntausende Menschen für ihre demokratischen Rechte auf die Straße gegangen. Die Aktivisten setzten sich wie in der Vergangenheit über ein Demonstrationsverbot hinweg.

          Topmeldungen

          Braunkohlekraftwerk Jänschwalde hinter dem ehemaligen Braunkohletagebau Cottbus-Nord

          Details des Klimapakets : Wer hat’s erfunden?

          Kommenden Freitag soll das Klimapaket beschlossen werden. Um die entscheidenden Details wird bis zuletzt gerungen: Offen ist vor allem die Frage, wie viel die Tonne CO2 kosten soll.
          Der frühere türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu trat am Freitag mit fünf anderen Politikern aus der AKP aus.

          Austritte aus der AKP : Rebellion gegen Erdogan

          Einige prominente Politiker sind aus der türkischen Regierungspartei AKP ausgetreten, um ihre eigenen Bewegungen zu gründen. Für den türkischen Präsidenten Erdogan könnte es eng werden.
          Schild vor dem Trump Hotel in Washington, 21. Dezember 2016

          Klage von Hoteliers : Hat Donald Trump die Verfassung gebrochen?

          Trump schädige ihr Geschäft, indem er Diplomaten nötige, in seinen Hotels abzusteigen, monieren Gaststättenbetreiber. Damit haben sie vor einem New Yorker Gericht einen Etappensieg errungen. Nun könnte der Surpreme Court den Fall an sich ziehen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.