https://www.faz.net/-gpf-7rcoc

Nahost-Konflikt : Raketenteilchen fallen auf Kreuzfahrtschiff in Israel

Das Kreuzfahrtschiff „Aida Diva“ (Archivbild) Bild: dpa

Israels Militär reagiert auf den Raketenhagel aus Gaza mit massiven Luftangriffen. Von dem Konflikt mit den Palästinensern war auch das Kreuzfahrtschiff „Aida Diva“ indirekt betroffen.

          2 Min.

          Ein Kreuzfahrtschiff des Unternehmens Aida Cruises ist in den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern geraten. Teilchen abgefeuerter Raketen seien am Montagabend auf das Schiff „Aida Diva“ gefallen, berichtete die ARD unter Berufung auf einen Fahrgast. Das Unternehmen teilte an seinem Sitz in Rostock mit, bei dem Vorfall sei keiner der 2700 Gäste und Crew-Mitglieder verletzt worden. Die auf dem Passagierdeck gefundenen „Kleinstpartikel“ hätten auch keinen Schaden am Schiff angerichtet. Sie könnten nach ersten Einschätzungen von Raketen stammen; unklar blieb zunächst, ob es sich um Teile palästinensischer Raketen oder israelischer Abwehrraketen handelte.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Die Reederei bestätigte auf ihrer Facebook-Seite, während des planmäßigen Auslaufens aus dem Hafen habe es am Montag „gegen 20.28 Uhr Ortszeit“ in Aschdod Explosionen gegeben, die vom Schiff aus beobachtet worden seien. Das Schiff habe den Hafen verlassen und befinde sich auf dem Weg nach Kreta. Aschdod liegt etwa 30 Kilometer nördlich des Gazastreifens.

          „Unerträgliche Eskalation“

          Die israelische Armee hat in der Nacht zum Dienstag eine Offensive im Gazastreifen begonnen. Luftwaffe und Marine griffen nach Armeeangaben bis zum frühen Morgen etwa 50 Ziele an, unter ihnen Raketenwerfer, Waffenlager, Tunnel und andere Einrichtungen. Ziel der Operation „Protective Edge“ sei es, Ruhe für die Einwohner Südisraels wiederherzustellen und die „terroristische Infrastruktur“ der Hamas zu zerstören, damit sie keine weiteren Angriffe verüben könne.

          Ein Militärsprecher bezeichnete die Eskalation der vergangenen Woche als „unerträglich“ für die Menschen im Süden des Landes. So schlimm sei es seit der letzten Gaza-Offensive im November 2012 nicht mehr gewesen. Deshalb habe man sich entschlossen, der Hamas einen schweren Schlag zu versetzen.

          Bislang scheint Israel aber keine größere Offensive mit Bodentruppen vorzubereiten. Nach einer Sitzung des israelischen Sicherheitskabinetts waren am Montagnachmittag 1500 Soldaten mobilisiert worden. Sie sollten vor allem an der Heimatfront und in der Raketenabwehr zum Einsatz kommen. Die Zahl ist noch vergleichsweise niedrig. Während des letzten großen militärischen Gaza-Konflikts im November 2012 waren mehrere zehntausend Soldaten in Richtung Süden in Marsch gesetzt worden.

          Nach Berichten aus Gaza wurden bei den israelischen Luftschlägen in der Nacht mehrere Gebäude zerstört. Israel habe damit eine „rote Linie“ überschritten, teilte der bewaffnete Arm der Hamas mit. „Wenn diese Politik nicht beendet wird, werden wir antworten, indem wir den Radius unserer Ziele bis zu einem Punkt ausweiten, der den Feind überraschen wird.“

          Die Hamas und andere Terrorgruppen verfügen über rund 10.000 Raketen. Angeblich können mehrere hundert davon die Großstädte Tel Aviv und Jerusalem erreichen, die auch im November 2012 angegriffen worden waren. Am Montagabend waren innerhalb kurzer Zeit bis zu 60 Raketen aus Gaza abgefeuert worden. Die Geschosse, von denen das Abwehrsystem „Eiserne Kuppel“ mindestens ein Dutzend abfing, waren auf die israelischen Städte Aschkelon, Aschdod und Beerscheva gerichtet. Sirenen ertönten auch in weiter entfernten Orten wie Yavne und Rehovot. Zum ersten Mal seit dem Beginn der jüngsten Eskalation hatte sich am Abend die Hamas der Angriffe bezichtigt, die sie mit dem Tod mehrerer Mitglieder bei einem israelischen Luftangriff begründete.

          Weitere Themen

          Neue Raketen trotz Waffenruhe

          Nahost-Konflikt : Neue Raketen trotz Waffenruhe

          Eigentlich sollen die Waffen vorerst schweigen – doch schon heulen wieder die Alarmsirenen. Israel meldet den Abschuss mehrerer Raketen aus Gaza – dort sterben bei einem israelischen Militärschlag acht Menschen, die alle derselben Familie angehörten.

          Das ändert sich für Verbraucher Video-Seite öffnen

          Klimapaket : Das ändert sich für Verbraucher

          Im Bundestag stehen am Freitag mehrere Gesetze zur Umsetzung des Klimaschutzpakets der Bundesregierung zur Abstimmung. Ein Kernpunkt ist das Klimaschutzgesetz, mit dem für einzelne Bereiche Emissionsziele festgeschrieben werden.

          Israels Armee ändert ihre Strategie

          Gaza-Konflikt : Israels Armee ändert ihre Strategie

          Wieder feuern militante Palästinenser Raketen ab, wenn auch weniger als am Tag zuvor. Israel schlägt zurück, bemüht sich aber auffallend darum, die Hamas aus dem Konflikt herauszuhalten.

          Topmeldungen

          Digitalisierung im Alter : Offline – und abgehängt?

          Deutschland soll digitaler werden. Doch was ist mit den gut 16 Millionen Bürgern, die noch nie im Internet waren? Die Gruppe ist vielfältig: Wissbegierig, unerfahren oder skeptisch. Die meisten Offliner sind Senioren und kommen aus einer analogen Welt – die gerade verschwindet.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.