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Gefühlte Diskriminierung : Äthiopische Juden protestieren gegen Polizeigewalt

  • Aktualisiert am

Juden mit äthiopischen Wurzeln diskutieren am Dienstagabend mit israelischen Polizisten in Natanya. Bild: AFP

Tausende aus Äthopien stammende Juden haben am Dienstagabend in Israel Straßen und Plätze blockiert. Schätzungen zufolge sollen zeitweise bis zu 60.000 Menschen im Stau gestanden haben. Auslöser war der Tod eines jungen Mannes.

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          Nach dem Tod eines Juden mit äthiopischen Wurzeln bei einem Polizeieinsatz in Israel sind Proteste im ganzen Land eskaliert. Tausende aus Äthiopien stammende Juden demonstrierten am Dienstagabend gegen Polizeigewalt und Rassismus. 83 Menschen wurden laut Rettungsdienst verletzt, darunter 47 Polizisten. Mindestens 60 Demonstranten wurden laut Polizei festgenommen.

          Demonstranten setzten Fahrzeuge in Brand und blockierten zentrale Kreuzungen unter anderem in Tel Aviv. Nach Medienberichten standen zeitweise schätzungsweise 60.000 Menschen im Stau.

          Am Sonntag hatte nach Polizeiangaben in der Hafenstadt Haifa ein Polizist in seiner Freizeit einen Streit beobachtet. Er habe die sich streitende Gruppe angesprochen, welche ihn daraufhin mit Steinen beworfen habe. Er habe um sein Leben gefürchtet und geschossen. Ein 18 Jahre alter Jude mit äthiopischen Wurzeln wurde tödlich getroffen. Augenzeugen berichteten laut israelischen Medien, der Polizist sei nicht in Gefahr gewesen und habe die Jugendlichen mit der Waffe bedroht.

          Präsident Reuven Rivlin und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zeigten in Stellungnahmen Anteilnahme an der Trauer und Verständnis für die Kritik der Demonstranten. Sie riefen jedoch zu einer Beruhigung der Lage und zum Dialog auf.

          Bereits im Januar war es nach einem ähnlichen tödlichen Vorfall zu Protesten in Tel Aviv gekommen. Ende 2017 lebten nach Angaben des israelischen Statistikbüros rund 149.000 Juden mit äthiopischen Wurzeln in Israel. Ihre soziale Integration gestaltet sich mitunter schwierig: Am Arbeitsplatz, bei der Wohnungssuche oder der Vergabe staatlicher Leistungen sehen sich viele diskriminiert. Es kam zudem wiederholt zu rassistischen Übergriffen.

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