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Israel : „Krieg ohne Gnade“ gegen Islamischen Dschihad

  • Aktualisiert am

Grenzkontakte zwischen Abu Dis und Jerusalem Bild: AP

Nach dem palästinensischen Selbstmordanschlag in Hadera hat Israels Premier Scharon eine „anti-terroristische Kampagne“ gegen radikale Palästinenser angekündigt. Israelische Kampfjets bombadierten zwei Ziele im Gazastreifen.

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          Nach dem palästinensischen Selbstmordanschlag in Hadera hat Israel einen „Krieg ohne Gnade“ gegen die radikale Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad angekündigt. „Wir werden dieser Terrororganisation keine Atempause lassen“, sagte ein enger Mitarbeiter des israelischen Regierungschefs Ariel Scharon am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Scharon kündigte eine unbegrenzte, groß angelegte „anti-terroristische Kampagne“ an.

          Schon am Donnerstag morgen griffen israelische Kampfjets zwei Ziele im Gazastreifen an. Der Islamische Dschihad hatte sich zu dem Anschlag in Hadera bekannt, bei dem am Mittwoch fünf Israelis getötet und 26 weitere verletzt wurden.

          Vorwürfe an Iran und Syrien

          Scharon übte Kritik an der palästinensische Autonomiebehörde. Diese ergreife „keine ernsthaften Maßnahmen“, um die Angriffe militanter Palästinenser zu stoppen. Israel sei nicht bereit, deren Fortsetzung hinzunehmen. Der Kampf werde so lange andauern, „bis es mit dem Terrorismus ein Ende hat“, sagte der Ministerpräsident.

          Anschlag : Selbstmordanschlag in Israel

          Israels Generalstabschef Dan Halutz sprach in der Zeitung „Maariv“ von einem „umfassenden Krieg“ gegen den Islamischen Dschihad. Amos Gilad, ein hoher Beamter im Verteidigungsministerium, warf Syrien und dem Iran vor, die militanten Palästinenserorganisationen zu finanzieren.

          Strategie gezielter Tötungen

          Nach Angaben der israelischen Streitkräfte bombardierten Kampfjets Straßen in der Nähe von Gaza und Beit Hanun im Gazastreifen. Auch Raketenabwurfstellen des islamischen Dschihad seien angegriffen worden. Wenige Stunden zuvor hatte Verteidigungsminister Schaul Mofas entschieden, daß nach dem Selbstmordanschlag in der nordisraelischen Stadt die Strategie gezielter Tötungen radikaler Palästinenser wieder aufgenommen werden solle. Es müsse „alles getan werden“, um Israelis zu schützen, sagte Mofas.

          Erst Anfang Oktober hatte Israel die gezielten Tötungen von radikalen Palästinensern ausgesetzt. Israel verstärkte am Donnerstag die Straßenkontrollen vor allem im Norden des Westjordanlandes rund um die Stadt Dschenin, wo der Selbstmordattentäter lebte. „Wir werden es nicht zulassen, daß das Westjordanland zu einem neuen Irak wird“, sagte der Scharon-Vertraute. Die Übergänge zum Gazastreifen wurden abgeriegelt.

          Erhöhte Alarmbereitschaft

          Aus Furcht vor weiteren Anschlägen wurde die Polizei entlang der „Grünen Grenze“ zwischen dem Westjordanland und Israel in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Nach eigenen Angaben nahm die Armee in der Nacht zum Donnerstag zehn Palästinenser im Westjordanland fest, darunter sechs mutmaßliche Mitglieder des Islamischen Dschihad.

          Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und die Autonomiebehörde verurteilten den Anschlag. In Ramallah nahmen palästinensische Sicherheitskräfte vier mutmaßliche Mitglieder des Islamischen Dschihad fest. Diese wollten an einer Mauer in Ramallah Fotos von „Märtyrern des heiligen Kriegs“, die bei Israel-feindlichen Aktionen starben, aufhängen.

          Die El-Quds-Brigaden - der bewaffnete Arm des Islamischen Dschihad - hatten vor dem Anschlag von Hadera Rache geschworen, nachdem ihr 32 ajhre alter Anführer Luai Saadi am Sonntag abend bei einem israelischen Militäreinsatz im Westjordanland erschossen wurde. Die Opfer des Anschlags sollten am Donnerstag beerdigt werden. Es war der erste Selbstmordanschlag seit dem Rückzug Israels aus dem Gazastreifen vor mehr als einem Monat. Washington verurteilte das Attentat als einen „abscheulichen Angriff auf Zivilisten“.

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