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Israel, Iran und Grass : Nicht mehr zu sagen

Will nichts zurücknehmen: Literaturnobelpreisträger Günter Grass Bild: dpa

Das von Israel gegen Günter Grass verfügte Einreiseverbot ist falscher Lohn für einen selbstgerechten PR-Mann in eigener Sache.

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          Die Vereinigten Staaten, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland versuchen seit bald einem Jahrzehnt, Iran von seinem Atomvorhaben abzubringen. Das tun sie, weil sie verhindern wollen, dass Iran im Widerspruch zu Vertragsverpflichtungen Verfügungsgewalt über Atomwaffen erlangt und damit zu einer noch größeren Bedrohung für die Region und darüber hinaus wird.

          Die Bemühungen der sechs waren bislang wenig erfolgreich, und so rückt der Zeitpunkt näher, an dem die Islamische Republik Iran Atommacht wird, ein Regime, das zusammengehalten wird von Hass auf Amerika und Hass auf Israel und dessen Führer sich in Vernichtungsphantasien gegen Israel ergehen.

          Das sind politische Faktoren, die der Schriftsteller Günter Grass offenbar Mühe zu verstehen hat. Wenn der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft feststellt, Grass gebärde sich wie ein aufgeblasener Titan, tatsächlich sei er ein alter Mann, der die Realität nicht zur Kenntnis nimmt, so ist eigentlich nicht mehr zu sagen. Das von Israel gegen Grass verfügte Einreiseverbot dagegen ist falscher Lohn für einen selbstgerechten PR-Mann in eigener Sache.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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