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Israel : Gazastreifen: Letzte Siedlung wird geräumt

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Beten bis zum Schluß Bild: AP

Die israelische Armee hat am Montag mit der Räumung der letzten Siedlung im Gazastreifen begonnen. Ministerpräsident Scharon kündigte derweil an, Siedlungen im Westjordanland auszubauen: „In den Siedlungsblocks wird gebaut werden.“

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          Israelische Räumungskräfte sind am Montag in die letzte jüdische Siedlung im Gazastreifen vorgedrungen. Hunderte Demonstranten versammelten sich in der örtlichen Synagoge, wie israelische Medien berichteten. Die Polizeiführung rief die Bewohner zu einem geordneten Abzug auf.

          Die rund 500 Siedler von Netzarim sollten von Soldaten zum Abzug gedrängt werden. Mit der Räumung von Netzarim als letzter der ehemals 21 Siedlungen geht nach fast vier Jahrzehnten die israelische Besetzung des Gazastreifens zu Ende.

          Isolierte Enklave

          Den Gazastreifen beanspruchen die Palästinenser als Land für ihren eigenen Staat. Am Dienstag ist die Evakuierung von vier Siedlungen im nördlichen Westjordanland geplant, von denen zwei bereits weitgehend leer stehen. Damit zieht Israel insgesamt aus vier der 120 Siedlungen im Westjordanland ab, nachdem in dem Gebiet zuvor bereits zwei Siedlungen aufgegeben worden waren.

          Scharon will bestehende Siedlungen erweitern lassen
          Scharon will bestehende Siedlungen erweitern lassen : Bild: REUTERS

          Bei Netzarim handelt es sich um eine isolierte Enklave im Zentrum des Gazastreifens. Die Räumung des großen Siedlungsblocks Gusch Katif hatte die Polizei bereits am Sonntag abend für beendet erklärt. Insgesamt lebten bis vor Räumung rund 8500 jüdische Siedler in dem schmalen Küstenstreifen.

          Geschenk Gottes

          Bei der Räumung der Widerstandshochburgen Neve Dekalim und Kfar Darom war es in der vergangenen Woche zu schweren Auseinandersetzungen gekommen. Israelische Ultra-Nationalisten haben die Regierung scharf für den Abzug kritisiert.

          Sie sehen das Land als ein Geschenk Gottes an die Juden und die Räumung des Gazastreifens als Ermunterung für radikale Palästinensergruppen zu weiterer Gewalt. Die Palästinenser befürworten den israelischen Abzug.

          „In den Siedlungsblocks wird gebaut werden“

          Unterdessen hat der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon nach Angaben eines Zeitungsberichts den Ausbau von Siedlungen im Westjordanland angekündigt. Die Räumung weiterer Siedlungen wie derzeit im Gazastreifen und im Norden des Westjordanlandes lehnte er ab. „In den Siedlungsblocks wird gebaut werden“, zitierte „The Jerusalem Post“ Scharon. Er bezog sich dabei auf große Siedlungen wie Maaleh Adumim bei Jerusalem und Ariel bei Tel Aviv.

          „Der Ariel-Block wird für immer ein Teil Israels bleiben, territorial verbunden mit Israel“, zitierte das Blatt den Ministerpräsidenten weiter. Einer Räumung von Siedlungen im Westjordanland über die vier kleineren hinaus, aus denen die restlichen Bewohner in den kommenden Tagen abziehen sollen, werde er nicht zustimmen. Israel ist nach dem Friedensplan (Roadmap) verpflichtet, die Siedlungen nicht auszubauen.

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