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Israel : Friedensaktivist Abie Nathan gestorben

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Abie Nathan (1927-2008) Bild: AP

Er war Pilot, Unternehmer, Friedensaktivist - und saß mehrmals im Gefängnis. Mit einem Kleinflugzeug flog er 1966 ins verfeindete Ägypten. Damit wurde Amie Nathan zum Pionier der israelischen Friedensbewegung. Nun verstarb er im Alter von 81 Jahren.

          Der israelische Friedensaktivist Abie Nathan ist am Mittwoch im Alter von 81 Jahren in Tel Aviv gestorben. Ministerpräsident Ehud Olmert würdigte ihn als einen entschiedenen Verfechter des Humanismus.

          Der in Iran geborene und in Indien aufgewachsene Nathan machte Schlagzeilen, als er 1966 einen dramatischen Soloflug mit seinem Privatflugzeug nach Ägypten unternahm, 13 Jahre vor dem Friedensvertrag von Camp David. Der ehemalige Luftwaffenpilot wollte auf diese Wiese die Aufnahme von Friedensgesprächen mit der Regierung in Kairo erzwingen. Die ägyptischen Behörden behandelten ihn höflich - und schickten ihn nach Israel zurück. Mit seiner Tat wurde Nathan zum Pionier der Friedensbewegung.

          Nach einem weiteren Flug wurde er in Israel für 40 Tage inhaftiert. Danach gründete er auf einem Frachter vor der Küste von Tel Aviv seinen eigenen Piratensender mit dem Namen „The Voice of Peace“ (Stimme des Friedens). Mit seiner Mischung von Popmusik und Friedensbotschaften war der Sender über 20 Jahre hinweg vor allem bei Jugendlichen beliebt.

          März 1983: Nathan vor seinem „Friedensschiff”

          Nach einem Treffen mit PLO-Führer Jassir Arafat wurde Nathan 1989 für 122 Tage inhaftiert. Nach einem Schlaganfall im Jahr 1998 zog sich Nathan aus der Öffentlichkeit zurück. Er war nach zwei Schlaganfällen 1996 und 1997 schwer krank. Vor fünf Tagen war er in ein Krankenhaus in Tel Aviv gebracht worden.

          Als Inschrift für seinen Grabstein wünschte sich Nathan die Zeile „Nissiti“ - das hebräische Wort für „Ich habe es versucht.“ Nathan war zweimal verheiratet und hinterlässt eine Tochter.

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